Die 20 einflussreichsten Personen der Pokerwelt

daniel negreanu3
Einziger Poker-Vollprofi in den Top 20: Daniel Negreanu.

Jedes Jahr im März gibt das BLUFF-Magazin eine Liste der 20 mächtigsten und einflussreichsten Personen der internationalen Pokerszene bekannt. In der diesjährigen Liste tauchen nun zum Teil komplett neue Namen auf. Auch weil zahlreiche Schlüsselfiguren von FullTilt natürlich nicht mehr zur Wahl standen.

Das vergangene Jahr hat für die Pokerwelt gewaltige Umwälzungen mit sich gebracht. Als die US-Regierung einschritt und die drei größten Pokerseiten einfach dicht machte, sendete das eine Schockwelle durch die Pokerwelt. Der Effekt ist nun noch mal deutlich zu sehen, wenn man sich die sogenannte „Power 20“, BLUFFs jährliche Liste der mächtigsten und einflussreichsten Personen der Pokerwelt ansieht.

War die Liste  2011 noch unberührt von den Auswirkungen des Black Friday zeigt sie in diesem Jahr nun die massiven Veränderungen innerhalb der Poker Industrie.

51 Insider der Poker Industrie, von Online-Operators, über Casino-Verantwortliche, Journalisten, Spieler, Agenten und andere Entscheider haben ihre Top 20 gewählt.  Sie sollten entscheiden, wer den größten – vor allem positiven – Einfluss auf die Geschicke der Pokerwelt hat. Zwar haben mehr Nicht-Amerikaner abgestimmt als jemals zuvor in der siebenjährigen Geschichte der BLUFF-Liste. Aber die Auswahl zeigt: die Machtzentren der Pokerwelt befinden sich immer noch in amerikanischer Hand.

Platz 20 – Virginia Seitz

Stellvertretende US-Justizministerin

Virginia Seitz hat der amerikanischen Pokerszene am 23. Dezember eine verfrühtes Weihnachtsgeschenk präsentiert. Mit der Novellierung des Wire Act, 18U.S.C. § 1084 wurde allen Gegnern vor allem auch dem Department of Justice (DOJ) ein 50 Jahre altes Gesetz entzogen, auf dessen Grundlage Online-Gambling immer wieder als illegal erklärt werden konnte. Virginia Seitz hat das für immer geändert.

Platz 19 – Frank und Lorenzo Fertitta

Fertitta Interactive

Die Namen der beiden Brüder sind vor allem in Verbindung mit der UFC, der Ultimate Fighting Championship, der weltweit größten Organisation der Mixed Martial Arts, deren Eigentümer sie sind, bekannt. Weit vorher waren die Fertittas allerdings in der Gaming Industrie aktiv. Ihr Vater, Frank Fertitta Jr. gründete 1976 die Station Casinos Inc., innerhalb derer die Brüder seit Mitte der 80er Jahre aktiv waren. Frank und Lorenzo Fertitta wollen für den Fall, dass Online-Poker in den USA legalisiert und reguliert wird, wieder im größeren Stil aktiv werden.

Platz 18 – Annie Duke

Commissioner, Epic Poker League

Die Wahl für die Top 20-Liste fand bereits im Januar statt, also vor der Pleite der Epic Poker League. Die Schwester von Howard Lederer wurde für ihre Rolle in Organisation, Durchführung und Repräsentation dieser einstmals als exklusive Poker Pro-Liga in die Liste gewählt.

Platz 17 – Sen. Jon Kyl

US-Senator für den Bundesstaat Arizona

Der Senator vertrat noch bis 2010 eine klare „anti-gaming“-Haltung und war einer der maßgeblichen Initiatoren, welche dem Unlawful Internet Gambling Enforcement Act 2006 Gesetzeskraft verliehen. Mittlerweile hat Kyl seine Haltung geändert und gilt als einer der Schlüsselfiguren, welche Online-Gaming in den USA noch dieses Jahr zur Legalisierung verhelfen wollen.

Platz 16 –Joe Barton

US-Kongressabgeordneter für den Bundesstaat Texas

Im vergangenen Juni trat Barton bei der WSOP auf und rief „Shuffle up and deal“. Am selben Tag präsentierte Barton einen Gesetzesentwurf, welcher es allen US-Bundesstatten erlauben soll separat zu entscheiden, ob sie Online-Gaming für ihre Bürger erlauben wollen oder nicht.

Platz 15 – Matt Savage

Tour-Direktor der World Poker Tour

Matt Savage ist nicht nur Tour-Direktor für die World Poker Tour und Tournament Direktor im Commerce Casino in Los Angeles sowie im Bay 101  Casino in San Jose, sondern leitete ebenfalls die Turniere der mittlerweile insolventen Epic Poker League und der Partouche Poker Tour.

Platz 14 – Brian Balsbaugh

Gründer von Poker Royalty

Als noch niemand wirklich daran glaubte, dass Poker Spieler Agenten brauchen könnten, schmiss Brian Balsbaugh seinen Job als Agent für Golfspieler hin und gründete Poker Royalty. Seit 2003 hat sich diese Agentur für Pokerspieler gegen alle Konkurrenten durchgesetzt und blieb auch nach dem Black Friday die stärkste Kraft in diesem Marktsegment.

Platz 13 – Bernard Tapie

Groupe Bernard Tapie

Der einstige Eigentümer von Olympique Marseille hat sich mit der geplanten Übernahme von FullTilt schlagartig einen Namen innerhalb der internationalen Pokerszene gemacht. GBT’s Verhandlungen mit dem DOJ scheinen erfolgreich zu sein, allerdings sorgen die Schulden  der einstigen Red Pro`s bei FullTilt immer wieder für unliebsame Störgeräusche.

Platz 12 – Dominik Kofert

Geschäftsführer von PokerStrategy.com

Zum ersten Mal in der BLUFF-Liste erscheint der Deutsche Dominik Kofert.  Nicht umsonst. 2011 wurde die Seite nicht nur führend für das Angebot von Poker Strategie-Artikeln und Videos sondern auch für seinen umfangreichen News-Content. Mittlerweile ist pokerstrategie.com populärer als der einstige Marktführer pokernews.com.

Platz 11 – Tony G

Eigentümer von PokerNews.com

Tony G ist natürlich in erster Linie als Poker Pro und für seine wenig leisen Auftritte in der Öffentlichkeit bekannt. Aber die Poker-Industrie kennt ihn auch unter seinem bürgerlichen Namen, Tony Guoga. Als Eigentümer der trafficstarken Seite PokerNews.com ist er einer der einflussreichsten Strippenzieher im weltweiten Affiliate-Geschäft.

Platz 10 – Mark Pincus

CEO und Co-Gründer von Zynga

Noch Anfang 2011 hatte der CEO von Zynga, Mark Pincus erklärt, dass es vor allem für das erfolgreiche Facebook-Spiel Zynga-Poker keine Pläne gibt, es in den Real Money-Markt zu überführen. Die Pläne haben sich bekanntlich geändert. Seit einigen Wochen ist genau das, das erklärte Ziel von Zynga. Die zahlenmäßig gewaltige Community von Zynga-Poker lässt die Industrie schon jetzt vor dem schlafenden Reisen zittern.

Platz 9 – Daniel Negreanu

PokerStars Pro

Die Top 20 Liste hatte noch 2011 fünf Pokerspieler geführt. Übrig geblieben nach dem Black Friday ist lediglich Daniel Negreanu, der vor allem in seinen Blogs immer wieder wichtige Statements zum aktuellen Geschehen im Pokerzirkus in die Welt sendet.

Platz 8 – Mark Lipparelli

Vorsitzender der Glücksspiel-Kommission in Nevada

Noch 2011 bekam Mark Lipparelli nicht eine einzige Stimme im Voting – aber seit dem Black Friday ist seine Bedeutung immens gewachsen. Um eine der begehrten Online-Lizenzen für den Staat Nevada zu erhalten, geht für beispielsweise die  Fertitta Brothers (Platz 19), Caesars Interactive oder MGM kein Weg mehr an Mark Lipparelli vorbei.

Platz 7 – Gary Loveman

CEO und Präsident der Caesars Entertainment Corporation

Der wohl wertvollste Brand in der Pokerwelt ist jener der World Series of Poker. Die Marke gehört der Caesars Entertainment Corporation und wird bei der Vergabe und erfolgreichen Vermarktung einer Online-Poker-Lizenz noch mächtiger werden.

Platz 6 – Ty Stewart

Executive Director der World Series of Poker, Vizepräsident von Caesars Interactive Entertainment

Im Zuge des Black Friday schien auch die WSOP und ihr ungemein populärer Main Event in Gefahr. Pessimisten rechneten mit nicht mehr al 2.000 Teilnehmern. Nichts davon wurde letztlich wahr. Die WSOP 2011 war ein voller Erfolg und der Main Event, welcher normalerweise von fast 50% Online-Qualifikanten gespielt wird, sah das zweitgrößte Spielerfeld der vergangenen fünf Jahre.

Platz 5 – Preet Bharara

Bundesanwalt, Southern District of New York

Eigentlich sollte die Liste vor allem die positiven Entscheider innerhalb der Pokerszene erfassen. Bharara ist nun die Person, welche die Schließung der Pokerseiten von FullTilt, PokerStars und UltimateBet durch das DOJ vorangetrieben hat. Sieht man den Black Friday als eine längst fällige Reinigung des teilweise mafiös organisierten Pokermarktes an, dann steht Bharara zu Recht auf Platz 5 der Liste.

Platz 4 – Mitch Garber

CEO von Caesars Interactive Entertainment

Mitch Garber ist ein geduldiger Mann. Als Kopf der weltgrößten Gaming-Company wartet er nun auf eine Gelegenheit die Seite WSOP.com in eine Online-Pokerseite zu verwandeln. Und zwar dort, wo sie den größten Bekanntheitsgrad besitzt: in den USA.

Platz 3 – Senator Harry Reid

US-Senator für den Bundesstaat Nevada und Führer der Senatsmehrheit der Republikaner

Unterstützt von den großen Gaming-Unternehmen seiner Heimat Nevada ist Harry Reid zum großen Kämpfer für die Legalisierung und Regulierung des US-Online Gaming Marktes geworden. Sein erster Versuch ein entsprechendes Gesetz durch  Senat und Repräsentantenhaus zu bekommen, scheiterte im Dezember 2010, gab der öffentlichen Diskussion darüber aber das nötige Futter.  Die finanzielle Unterstützung fast jedes Casino-Verantwortlichen in Nevada gibt Harry Reid auch die politische Kraft sein Unterfangen weiterhin voranzutreiben.

Platz 2 – Jim Ryan

Co-CEO, bwin.Party

Zusammen mit dem anderen Co-CEO Norbert Teufelberger steht Ryan hinter einem der größten Online-Pokerräume PartyPoker.com. Jim Ryan hat viel Kraft aufgewendet den Brand PartyPoker, welcher auch die  World Poker Tour präsentiert, zurück auf den US-Markt zu bekommen.

Platz 1 -  Isai Scheinberg

Gründer von PokerStars

Noch in der 2011-Liste musste Scheinberg dem inzwischen völlig abgemeldeten Howard Lederer den Vortritt für Platz 1 lassen. Doch seit dem Verschwinden des einstigen Erz-Konkurrenten ist die Macht von PokerStars noch gewachsen. Und das obwohl die PS-Seite immer noch für den US-Markt gesperrt ist. 

Quelle: Bluff Magazine

Bitte füllen Sie die erforderlichen Felder korrekt aus.

Es ist ein Fehler aufgetreten!

Sie müssen drei Minuten warten, bevor sie einen weiteren Kommentar abgeben können.

AssaufdemFluss 2012-03-03 10:10:38

@Donkomat

Tony G. ist hauptberuflich Besitzer von Pokernews und nur im Nebenberuf Großmaul und Spieler.

Halbvollpfosten 2012-03-03 10:08:30

@Frankie

Ist doch ein würdiger Ersatz für Herrn Lederer, dem Wulff der Pokerwelt.

Donkomat 2012-03-03 10:05:15

Daniel Negreanu einziger Vollprofi? Und was ist mit Tony G.?

Fankie 2012-03-03 10:04:15

Tapie in den Top 20? Soweit sind wir schon?