Ein Jahr nach Black Friday – Wie alles begann

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Vor einem Jahr erschütterte der Black Friday die Pokerwelt. Das Department of Justice erließ Haftbefehle gegen führende Mitarbeiter von PokerStars, Full Tilt und Cereus. Die Hintergründe.

Wer die Vergangenheit nicht erinnert, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen. – George Satayana

Am Sonntag vor genau einem Jahr kam es zum größten Erdbeben in der Geschichte von Online-Poker.

Drei der größten Pokerdomains der Vereinigten Staaten wurden gleichzeitig gesperrt, und gegen eine Reihe Angestellter des oberen Managements ergingen Haftbefehle.

Aber wer sind eigentlich die Personen an der Spitze?

PokerStars: der Held

Isai Scheinberg Poker stars
Es gibt nur sehr wenige Bilder von Isai Scheinberg.

Seit dem Schwarzen Freitag hat sich ein Pokerraum besonders vorbildlich verhalten. PokerStars (PS) bemühte sich nach dem Kollaps auf dem amerikanischen Markt um ein Übereinkommen mit dem Department of Justice (DoJ), um weiterhin außerhalb der USA operieren zu können, und um Auszahlungen an die Spieler zu vereinfachen.

Trotz der schweren Vorwürfe, darunter Geldwäsche und Anbieten illegaler Glücksspiele, ist das Image von PokerStars relativ unbeschadet geblieben.

Damit ist PokerStars weiterhin der hellste Stern am Himmel der Online-Pokernacht. Aber das war nicht immer so.

PS war einer der ersten Pokeranbieter im Netz. Der Beta-Client ging am – Verschwörungstheoretiker aufgepasst – 11. September 2001 online, Echtgeldspiel wurde am 12.l Dezember desselben Jahres freigeschaltet.

Die Firma hieß damals noch Rational Enterprises Ltd., und gegründet wurde sie von Isai Scheinberg.

Der große Durchbruch kam für PokerStars mit Einführung des Unlawful Internet Gaming Enforcement Act (UIGEA) im Jahr 2006.

PartyPoker, bis dahin Marktführer, zog sich danach freiwillig aus dem amerikanischen Markt zurück.

PokerStars blieb und schöpfte einen großen Teil der riesigen Spielerbasis von PartyPoker ab. Ein Pokergigant war geboren.

Full Tilt Poker: der böse Bube

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Das Team Full Tilt.

Es fällt schwer, Full Tilt Poker (FTP) nicht als Bösewicht des Schwarzen Freitag auszumachen. Der Anbieter verschwand komplett aus den USA und hat seine Spieler bis heute nicht ausgezahlt.

Die Informationen, die in den Folgemonaten über die Unternehmensführung von FTP ans Licht kamen, sind gelinde gesagt ernüchternd.

In den Jahren davor aber war FTP ein Star dieses Industriezweigs, der mit einer Reihe der berühmtesten Spieler aller Zeiten warb.

Auf FTP fanden die (noch immer) höchsten Cash Games im Internet statt, und das Logo der Firma war auf den Mützen und Hoodies zahlloser Spieler auf der ganzen Welt zu sehen.

FTP gehörte zu dem Unternehmen Tiltware, die in Los Angeles beheimatet war und anfangs lediglich über ein Budget von fünf Millionen Dollar verfügte.

Ray Bitar war der führende Manager, und Spieler wie Howard „Professor“ Lederer, Chris „Jesus“ Ferguson und der große Phil Ivey liehen der Firma ihre Namen und ihren Ruf, um die glaubwürdigkeit des Unternehmens zu steigern.

Von Anfang an gehörten auch Erik Seidel, John Juanda, Andy Bloch, Erick Lindgren, Phil Gordon und Clonie Gowen zu den Spielern mit FTP-Logo.

Am 10. Juli 2004 ging der Anbieter online.

Von da an ging es für FTP mehr oder weniger ununterbrochen steil bergauf. Es wurde der zweitgrößte Pokeranbieter im Netz, und die Entwicklung stoppte erst abrupt am 15. April.

Wie PokerStars bot auch Full Tilt amerikanischen Spielern weiterhin Poker an, nachdem der UIGEA erlassen wurde.

Cereus: der Paria

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Joseph Tokwiro Norton.

Nach den gewaltigen Skandalen um Superuser bei Absolute Poker und Ultimate Bet ist es eigentlich ein Wunder, dass das Cereus Poker Netzwerk am Black Friday überhaupt noch existierte.

Ultimate Bet startete im Jahr 2001 als Tochter von eWorld Holdings in Antigua, die Lizenz erhielt man von der Kahnawake Gaming Commission.

Absolute Poker wurde 2003 von Tokwiro Enterprises ins Leben gerufen, dessen Zentrale nicht zufällig südlich von Montreal im kanadischen Kahnawake Mohawk Territory liegt.

Das Cereus-Netzwerk wurde schließlich im Jahr 2008 gegründet. Absolute Poker und Ultimate Bet wurden ein Jahr später zusammengelegt und von da an UB.com genannt.

Auch das Cereus-Netzwerk akzeptierte nach dem UIGEA weiterhin US-amerikanische Spieler.

Lesen Sie im nächsten Teil: Wie der UIGEA die Pokerwelt veränderte.

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