Ein Jahr nach Black Friday – PokerStars und Full Tilt auf dem Gipfel

Gotta Get that Paper, Dog

Als der Unlawful Internet Gambling Enforcement Act im Jahr 2006 in Kraft trat, beschlossen mehrere Online-Pokeranbieter, darunter auch Marktführer PartyPoker, sich aus dem US-Markt vorsichtshalber zurückzuziehen.

Damit öffnete sich die Tür für aufstrebende Newcomer wie PokerStars und Full Tilt. Diese beiden Anbieter sollten in den folgenden Jahren den Markt dominieren.

Gemeinsam mit dem CEREUS-Netzwerk beherrschten PS und FTP 60% des Online-Pokermarkts und verdienten damit hunderte von Millionen Dollar.

So entwickelten sich die beiden Giganten in den Jahren 2006-2011:

PokerStars gründet Pokerserien und holt Negreanu

Nach dem Rückzug von PartyPoker wurde PokerStars zum Thronerbe in den Vereinigten Staaten.

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Daniel Negreanu.

Die Software gehörte zu dem besten auf dem Markt, die Repräsentanten waren Spieler wie Chris Moneymaker, Greg Raymer und Joe Hachem, die den WSOP Main Event in den Jahren 2003, 2004 und 2005 gewonnen hatten, und die Marke eroberte sich damit den Ruf, die beste Pokerseite der Welt zu sein.

Zu seinen Hochzeiten war PokerStars ein Pokeranbieter der Superlative:

Mehr als 200.000 Spieler gleichzeitig waren keine Seltenheit.

PokerStars brach den Rekord für die meisten Spieler in einem Turnier (mit über 200.000 Teilnehmern).

Im Jahr 2010 waren zeitweise mehr als 105.000 Cash Game Spieler gleichzeitig an den Tischen, auch das war ein – inoffizieller - Rekord.

Im März 2012 durchbrach PokerStars die Schallmauer von 75 Milliarden gedealter Hände.

Doch es genügte PokerStars nicht, den Online-Markt zu beherrschen. Also rief man die European Poker Tour ins Leben, die inzwischen weltweit die größte Turnierserie neben der WSOP ist. Später kamen die Asia Pacific Poker Tour, die Latin America Poker Tour und die inzwischen wieder eingestellte North American Poker Tour dazu.

Das PokerStars Caribbean Adventure wurde zu einem Megaturnier mit regelmäßig vierstelligen Spielerzahlen im Main Event.

PokerStars wurde auch zum ersten Anbieter, der jede Woche ein Turnier mit einer Million garantiertem Preispool anbot. Später erweiterte man das Programm durch Online-Turnierserien wie die World Championship of Online Poker (WCOOP) und die Spring Championship of Online Poker (SCOOP), die ebenfalls mehr Spieler anzogen als alle andere Turnierserien im Netz.

Neben der Verpflichtung von Mister Poker-Boom Chris Moneymaker gelang PokerStars der wohl größte Coup, als man im Jahr 2007 Daniel Negreanu als Repräsentant gewinnen konnte.

Der sympathische Kanadier war damals schon ein Aushängeschild von High Stakes Poker aller Art. Er besaß mit Full Contact Poker seine eigene Pokerseite, beschloss aber, diese aufzugeben und sich stattdessen PokerStars anzuschließen.

Es war ein Schritt, der sich für beide Parteien auszahlen sollte. Negreanus Beliebtheit ist bis heute ungebrochen, und PokerStars hat noch immer einen der interessantesten Charaktere des Branche in seinen Reihen.

Full Tilt Poker – Monster Cash Games, Super-Profi-Team, der Onyx Cup

PokerStars war nicht der einzige Pokerraum, der nach Inkrafttreten des UIGEA für Aufsehen sorgte. Keineswegs. Im Jahr 2004 platzte mit Full Tilt Poker ein neuer Anwärter auf den Thron in die Szene. Dieser Pokerraum hatte mit Spielern Phil Ivey, Erik Seidel, Chris Ferguson, Erick Lindgren und Howard Lederer das wahrscheinlich beste Profi-Team der Welt in seinen Reihen.

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Learn, chat and play with the Prof.

„Learn, chat and play with the pros“, lautete das Motto von FTP, und die Spieler folgten dem Aufruf zu Millionen.

FTP erarbeitete sich außerdem den Ruf, die Seite für die höchsten Cash Games zu sein. High Stakes Spieler wie Viktor Blom (der später von PokerStars unter Vertrag genommen wurde), Phil Ivey, Tom Dwan und Patrik Antonius traten zuerst bei FTP in Erscheinung.

Der Anbieter versuchte ständig, sein mit ohnehin klangvollen Namen gespicktes Profi-Team zu erweitern und heuerte eine Reihe so genannter „Red Pros“ an, die nicht nur erhöhte Rakeback-Sätze bekamen, sondern auch Stundelohn.

In der Live-Turnierszene konnte FTP nie mit PokerStarts mithalten, aber bei den Aussie Millions engagierte sich der Pokerraum besonders intensiv und schickte jedes Jahr eine große Zahl von Spielern sowie viele eigene Pros zu dem größten Event auf der Südhalbkugel.

Im Jahr 2007 konnte FTP auch erstmals selbst einen WSOP-Champion präsentieren. Allerdings handelte es sich dabei um Jerry Yang, der nie die Ambition hatte, ein Pokerrepräsentant zu werden und bald wieder in der Versenkung verschwand.

Noch kurz vor dem Black Friday kündigte FTP eine neue High-Stakes-Turnierserie an. Die Buy-ins sollten zwischen $100.000 und $300.000 liegen und sowohl die besten als auch die reichsten Spieler der Welt anziehen.

Auch wenn PokerStars für die meisten Innovationen in der Pokerszene steht: Es war Full Tilt, die Rush Poker entwickelten und auf den Markt brachten. Die Speedversion wird heute auch von PokerStars und anderen Pokerräumen in leicht veränderter Form angeboten.

Außerdem hielten viele Spieler die Software von Full Tilt schlicht für die bessere.

Das Department of Justice setzt an

Man mag sich fragen, warum die Behörden in den USA nur herumsaßen und dabei zusahen, wie die Offshore-Pokerseiten Millionen scheffelten.

hammer

Es sollte sich herausstellen, dass sie das nicht taten.

Vielmehr bereitete das DoJ eine Serie von Verfahren gegen die beiden Marktführer und AP/UB vor, und die Basis dieser Verfahren bildeten die Online-Zahlungstranfsers.

Online-Poker ist nicht illegal. Ist es nie gewesen. Der UIGEA hält eigentlich nur Banken davon ab, Zahlungen von Spielern durchzuführen.

PS und FTP nutzten dritte Institutionen als Zahlungsdienstleister, um das Gesetz zu umgehen. Einer dieser Dienstleister war Daniel Tzvetkoff, der frühere Chef von Intabill. Tzvetkoff wurde 2010 in Las Vegas wegen des Verdachts auf Geldwäscherei und Bankbetrug verhaftet.

Ihm stand eine langjährige Haftstrafe bevor, aber nach ein paar Monaten wurde er plötzlich entlassen. Angeblich überließ er der Staatsanwaltschaft Beweismaterial gegen die angeklagten Pokerräume und verschaffte sich damit einen Kronzeugenbonus.

Folge davon war eine umfangreiche Anklageschrift, die Staatsanwalt Preet Bahara gegen PokerStars, Full Tilt und UB.com aufsetzte. Vorgeworfen wird den Pokeranbietern u. A. Geldwäsche, Betrug und Vorspiegelung falscher Tatsachen.

Seit dem Black Friday hat keiner der drei Pokerräume in den Vereinigten Staaten von Amerika Echtgeldpoker mehr angeboten.


Die große Black Friday Serie auf PokerZeit:

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Die Redaktion 2012-04-25 04:19:52

@Jens
Wir können keinen Widerspruch feststellen.

MfG,
dir Redaktion

Jens 2012-04-24 10:31:39

Bist du dir da mit dem letzten absatz sicher? http://www.casino.de/news/news151233.html

Da steht was anderes mit Ub.com