„Poker muss wieder global werden“

BErtrand Elky Grospellier
Auf der ganzen Welt zuhause - Bertrand Grospellier.

Bertrand „ElkY“ Grospellier über Sex, Triathlon und Gummienten.

Bei der EPT in Barcelona ist was los. Auch die Stars geben sich die Klinke in die Hand. Einer der ganz Großen ist Bertrand Grospellier. Allein seine Turnierprämien belaufen sich auf über zehn Millionen Dollar.

Unser französischer Kollege Fred Guillemot hat ihn getroffen.

PL: Wie lauten deine Ziele für diese Saison?

BG: Ich will endlich ein High Roller Event gewinnen. Im besten Fall gewinne ich natürlich noch ein EPT Main Event. Dann wäre ich der erste, dem das zwei Mal gelingt.

Aber man muss auch realistisch sein. Es gibt nicht viele davon, aber viele Spieler, also ist ein High Roller Titel eher erreichbar.

PL: Wer ist Favorit auf den WSOP-Titel?

BG: Definitiv J.C. Tran. Er hat am meisten Erfahrung und am meisten Chips. Allerdings glaube ich, dass David Benefield der beste verbliebene Spieler ist.

PL: Und dein Landsmann Sylvain Loosli?

BG: Schwer zu sagen. Jeder hat natürlich eine Chance.

BErtrand Elky Grospellier
Gelb und unfähig, ElkYs neuer Coach.

PL: Du hast dir da einen neuen „Coach“ zugelegt...

BG: Die Gummiente? Ja, aber ich glaube, ich schmeiße sie wieder raus! Sie sollte mir Glück bringen, aber wenn ich überlege, wie Super High Roller und Main Event geaufen sind... (ElkY schied in beiden Events am ersten Tag aus – d. Red.)

PL: Wird es in diesem Jahr wieder Wettkämpfe mit dir geben?

BG: Wahrscheilnich organisiere ich etwas mit Andre Akkari und Eugene Katchalov – einen Triathlon oder ein Querfeldeinrennen, mal sehen.

Es muss natürlich zeitlich für alle stimmen, und dann muss ich auch erstmal wieder in Fomr kommen. Im Sommer habe ich fast keinen Sport getrieben.

PL: Und wie sieht es mit Prop Bets aus? Ein Jahr lang Vegetarier, ein Jahr ohne Sex?

BG: Das mit dem Vegetarier würde ich schon hinkriegen, das andere eher nicht. Ich habe auch gelesen, dass jemand gewettet hat,m eine Woche in der Badewanne verbringen zu können. Das wäre wirklich nichts für mich. (Mehr über Sex und Badewannen.)

PL: Wird Macau das neue Zentrum der Pokerwelt?

BG: Es ist wirklich ein großartiges Ziel für High Roller. Die Spielr dort haben einen ganz anderen Stil, sie gehen viel mehr Risiko.

Den Asiaten liegt das Glücksspiel im Blut. Poker ist noch bei Weitem nicht das beliebteste Spiel.

Es wäre theoretisch sogar denkbar, dass ich eines Tages dorthin ziehe. Sollte die Gesetzgebung ein bisschen liberaler werden – in vielen Ländern ist ja bis heute nur Ausländern erlaubt, zu spielen – warum nicht.

PL: In der Szene ist derzeit Open Face Chinese das Nonplusultra. Dich scheint das nicht zu interessieren.

BG: Nicht besonders. Ich müsste viel Zeit aufwenden, um es richtig zu lernen, und ich finde es nicht so interessant wie richtiges Poker.

BErtrand Elky Grospellier
Open Face Chinese - "nicht so interessant wie richtiges Poker".

PL: Es heißt, mit Poker ginge es bergab, aber hier sieht es so gar nicht danach aus.

BG: Poker muss wieder global werden. So wie vor ein paar Jahren. Die Amerikaner müssten auch wieder spielen dürfen, aber das dürfte irgendwann in den nächsten Jahren passieren.

PokerStars macht offenbar etwas richtig, die EPT wächst und verbessert sich noch immer Jahr für Jahr.

Der Turnierkalender hat ebenfalls noch Potenzial nach oben. Das Prager Pokerfestival sollte Volrbild sein, wo es auch Turniere vor und nach der EPT gibt. Außerdem benötigen wir einheitliche Regeln.

PL: PokerTracker 4 ist Sponsor der EPT geworden. Was hältst du von Tracking-Software?

BG: Ich nutze sie selbst kaum. Ich versuche lieber, aktiv Informationen zu sammeln.

Mit Cheating hat diese Software meiner Ansicht nach aber nichts zu tun. Jeder kann sie online bneutzen, also hat niemand einen unfairen Vorteil.

PL: In der jüngeren Vergangenheit haben sich häufiger Spieler über das Verhalten der Nachwuchsspieler beschwert. Sie seien unfreundlich, arrogant und in ihre iPads verliebt.

BG: Das ist wirklich manchmal traurig. Andererseits ist so ein Turniertag ziemlich lang, da ist es ganz angenehm, wenn man sich ein bisschen ablenken kann. Dann läuft man nicht Gefahr, zu viele Hände zu spielen und konzentriert zu bleiben.

Technische Geräte muss man zu nutzen wissen. Wenn mna ihnen zuviel Aufmerksamkeit schenkt, wird man unaufmerksam und verpasst wichtige Informationen. Und dann kann ich nur sagen: selbst Schuld!

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