Sechs Jahre und vier Monate Haft für Pokergangster

police

Mehr als anderthalb Jahre nach dem Überfall auf die EPT Berlin wurde nun das Urteil gegen den mutmaßlichen Drahtzieher gesprochen.

Lange Zeit sah es so aus, als wäre konsequentes Schweigen das Konzept der fünf Täter, die nach ihrem Überfall auf die EPT Berlin 2010 gefasst und festgenommen worden waren.

Dann fand der Mann, der das Fluchtauto gesteuert hatte und als Kopf der Bande gilt, überraschend seine Sprache wieder und machte eine umfassende Aussage. Obwohl die Aussage vom Gericht als strafmildernd gewertet wurde, zumal der Mann auch gegen seine Mittäter aussagte, folgte es mit dem Strafmaß dem Antrag des Staatsanwalts.

„Er hat den vier Jungs die Drecksarbeit überlassen“, fasste Ankläger Sjors Kamstra seine Anklageschrift prägnant zusammen. Die Verteidigung hatte erst gar kein Strafmaß vorgeschlagen, sondern lediglich eine niedrigere Strafe sowie Haftverschonung bis zum eigentlichen Haftantritt gefordert. Das Gericht lehnte dies mit dem Hinweis auf bestehende Fluchtgefahr ab.

Die anderen Täter waren bereits 2010 zu Gefängnisstrafen bis zu drei Jahren und neun Monaten verurteilt worden. Da sie zum Tatzeitpunkt nur 19-21 Jahre alt waren, wurde bei ihnen noch Jugendstrafrecht angewandt.

Der Angeklagte gab während des Prozesses seinen Anteil von der Beute - €22.000 – zurück und zahlte zusätzlich €1500 Schmerzensgeld. Allerdings ist der Großteil des erbeuteten Geldes weiterhin unauffindbar.

Insgesamt hatte die Bande €242.000 Startgelder der Teilnehmer an der EPT Berlin 2010 geraubt. Wegen ihres dilettantischen Auftretens – u. A. flohen sie ohne Gesichtsmaske durch das dem Spielort gegenüber liegende, videoüberwachte Einkaufszentrum – wurden alle Mitglieder nach kurzer Zeit gefasst.

Der Verurteilte, der auch als Tippgeber fungiert haben soll, war selbst Teilnehmer im Main Event und saß zwischenzeitlich neben Stargast Charlotte Roche. Als Tatmotiv gab er Frust nach seinem Ausscheiden an.

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