Triple A Tag 1A, Donnerstag 28.02.2013

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1 März 2013, Von: PokerZeit.com
Geposted in: The Hand
Triple A Tag 1A, Donnerstag 28.02.2013

Also, zunächst mal Asche auf mein Haupt für eine unkorrekte Annahme und Schlussfolgerung im ersten Blogbeitrag:

Das erste Triple A-Turnier 2013 bietet – wie alle anderen dieses Jahres – zwar die Re-Entry Möglichkeit, es sind jedoch insgesamt nur zwei Re-Entrys möglich, nicht drei pro Vorrundentag.

Man ist also theoretisch mit maximal 999,00 € dabei, wenn man beide Re-Entrys nutzt.

16:00 Uhr, das Sternberg-Theater im 1. Obergeschoss der Spielbank dient wieder als Turnierarena. Der Turnierverantwortliche Bernd Plätrich gibt den Startschuss und für 143 Teilnehmende beginnt das Turnier mit 33.300 Chips bei Blinds 50/100.

Man kann mittlerweile  bei nahezu allen Teilnehmern eines Turniers mit 333,00 Euro Buy-In annehmen, dass diese wissen, wie No Limit Hold’em gespielt wird.

Jede/r verfügt heutzutage über ein Repertoire an Moves und Verhaltensweisen. Die unmittelbare Folge ist, dass das Spiel seit Jahren deutlich aggressiver geworden ist und dass der ohnehin vorhandene Glücksfaktor noch stärkeren Einfluss nimmt.

In den ersten Levels baue ich meinen Stack kontinuierlich auf: Direkt in der zweiten Hand von Level 1ein beachtlicher Pot von netto 6500 Chips mit geflopptem Toppair, in Level 2 reicht ein Babyflush und im drittem Level Top-Set Jacks das auf dem Turn zum Full House wird.

Mein Gegner spielt nach meinem Check zweimal an, ich calle nur, auf dem River kommt leider ein Check behind. Trotzdem ein guter Pot und nach Ende von Level 3 habe ich meinen Stack nahezu verdoppelt.

Doch was nützt das schon, wenn eine lange Durststrecke mit höheren Blinds, mit Antes, mit guten Starthänden aber unpassenden Flops den Stack schmelzen lassen, wie Eis in der Sonne.

Mein M schrumpft bedenklich. Ich habe nur noch knapp 35.000 Chips und bekomme in früher Position A-J. Mein Raise auf 6200 bekommt eine Reraise auf 12.400.

Ich calle widerwillig und floppe – wie durch ein Wunder das Toppaar mit dem Jack. All-in!

Mein Nachbar – sehr bekannt für sein emotionelles und (im Fall einer Niederlage) schulmeisterhaftes Wesen - callt widerwillig und reagiert in bekannter Manier mit einer Litanei von Belehrungen an mich und Verwünschungen in Richtung des Dealers.

Mir wirft er vor, ich hätte sein Reraise (mit AK) niemals callen dürfen. Turn blank, River K, der jammernde Redefluss meines Nachbarn stoppt abrupt, mir bleiben noch 6.500 Chips.

Die 6.500 gehen direkt in der nächsten Hand in den Pot. UTG wird auf 2.000 erhöht, ich gehe mit Kc10c all in. Ein Spieler hinter mir versucht mit 45.000 zu isolieren, aber der Initial Raiser geht darauf nicht ein.

Er callt mit JJ, der Reraiser hat QQ. Adios, Turnier, denke ich. Flop 5 – 10 – 2, Turn 8, River 10.

Stack Gottlieb
Mein Stack für Tag 2.

Wow, sonst erlebe ich das nur umgekehrt, jetzt sucke ich mal aus. OK, verdreifacht.

Es kommen noch einige sporadische Gewinne, ich drifte mit ca. 30.000 Chips weiter, arbeite mich auf 50.000 hoch, werde runtergeblindet und geantet und erlebe das, was Doyle Brunson mal so treffend mit „hours of boredom and moments of sheer terror“ umschrieben hat.

Stunden geht das so: Hin und wieder kann ich Blinds und Antes stehlen, um zumindest die Kosten des Blindlevels zu neutralisieren.

Dann, wir sind bei Blinds 1200/2400 und Ante 200 endlich mal wieder eine Keyhand: Pocket Kings. Mein Nachbar zur Rechten erhöht auf 6000, ich gehe mit 35.000 all in.

Er überlegt lange. Wir kennen uns flüchtig aus Potsdamer Pokerzeiten im Joker’s Garden. „Na, endlich mal eine Starthand gefunden?“, fragt er mich. Und überlegt weiter. Nach gefühlten fünf Minuten callt er mich mit A9s.

Meine Könige halten, ich verdoppele. Mein Stack von 70.000 schrumpft noch etwas, am Ende des Turniertages kann ich 62.500 Chips eintüten. das ist deutlich unter Average (102.000), am Samstag muss direkt nach Turnierstart was Positives passieren.

Letztlich waren es dann an Tag 1A doch nur 10 Re-Entries. Es wurde also 153mal das Buy-In gezahlt, was schon jetzt einem Preispool von 46.359 Euro entspricht.

Angesichts der Anmeldungen für Tag 1B am 1. 3. 2013 kann die Spielbank Berlin auch diesmal davon ausgehen, dass die garantierten 75.000 Euro Preispool allein durch Buy-Ins und Re-Entrys zustande kommen.

- Rainer Gottlieb

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