Die Berliner Pokerfloors Potsdamer Platz und Fernsehturm – ein Vergleich

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Poker-Berlin fiebert bereits der anstehenden EPT entgegen, die in der Spielbank am Potsdamer Platz und im benachbarten Hyatt-Hotel stattfinden wird. Dabei kann man leicht übersehen, dass die Spielbank noch weitere Standorte mit Livegame betreibt, z. B. am Fernsehturm.

Die Standorte könnten unterschiedlicher nicht sein, es lohnt deswegen ein Vergleich, der sich hier allerdings auf den Potsdamer Platz (PP) und den Fernsehturm (FT) beschränken soll.

Lage/Umgebung

Die Spielbank am PP liegt nicht am Potsdamer Platz, sondern am Marlene-Dietrich-Platz etwa 250 Meter entfernt. Das macht aber nichts, der Name PP hat sich eingebürgert.

Das Casino liegt damit sehr zentral. Dort kreuzen sich U- und S-Bahn-Linien, die Gegend ist sehr gut erreichbar.

Für Autofahrer gibt es ausreichend Parkhäuser, das Angebot an Bars, Restaurants, Kinos und Shopping-Möglichkeiten ist sehr breit gefächert. Dort ist zu jeder Zeit viel Publikum unterwegs.

Die Spielbank am Fernsehturm wird seit Februar 2013 nicht mehr von der Westspielgruppe sondern von der Spielbank Berlin betrieben.

Was man der Spielbank am FT nicht vorwerfen kann ist der trostlose Zustand der Umgebung. Dort und am Roten Rathaus finden derzeit und auch noch für weitere Monate oder Jahre umfangreiche Baumaßnahmen statt.

Die wenigen vorhandenen Bäume sind mit Brettern eingekleidet, um sie vor Baufahrzeugen zu schützen. Der Weg vom Bahnhof Alexanderplatz bis zum Fernsehturm führt s-förmig mitten durch die Baustellen und ist von Drahtgittern und Bauzäunen gesäumt. Er ist schlecht ausgeleuchtet und wenig einladend.

Casino Berlin Fernsehturm
Das Casino am Fernsehturm.

Nicht weit vom Eingang entfernt befindet sich die Fußplatte des Fernsehturms mit dem Vorplatz, einem kleinen angrenzenden Park und Bänken. Was in der Beschreibung vielleicht idyllisch klingt ist am Abend Treffpunkt für viele Jugendliche.

Dort wird für die späteren Bar- oder Clubbesuche „vorgeglüht“. Die Grüppchen versammeln sich an den Bänken, es dröhnt Musik aus verschiedensten Klangquellen, naturgemäß ist es dort sehr laut.   

Die Freude über einen anständigen Cashgamegewinn würde beim Fußmarsch zurück zum Bahnhof durch die düstere Einöde sicher etwas gedämpft. Allerdings tröstet der Gedanke, dass am und um den Alexanderplatz ständig mobile Polizeistreifen unterwegs sind.

Kapazität/Limits/Games

Die Spielbank am PP ist zweifellos der Poker-Hotspot in Deutschland. Knapp 20 Tische, tägliche Turniere mit wechselnden Buy ins, tägliches Cashgame. Limitschwerpunkt ist eindeutig 2/2, dann folgen 5/5 und 5/10, selten höher.

Während der anstehenden EPT sind allerdings ganz andere Dimensionen zu erwarten, der PP ist dafür personell und von der Kapazität her gerüstet.

Am FT sind derzeit drei (vier) Tische verfügbar. Leider, wirklich leider, wird das Angebot dort seit der Eröffnung nur äußerst zögerlich angenommen.

Unter der Woche wird 1/1 mit dem bescheidenen Buy In von 20 Euro angeboten, von Freitag bis Sonntag primär 2/5, auf Wunsch aber auch 1/1.

An den Wochenenden beginnt die erste Partie selten vor 21:30 Uhr, weil viele der Regulars aus beruflichen Gründen kaum früher erscheinen können.

Wenn ein short-handed Game begonnen hat setzt dann manchmal unter den übrigen Casinogästen eine Art Neugier- oder Sogeffekt ein und ein erster Tisch füllt sich mit bis zu zehn Spielern.

Rake/Preise 

Trotz einer Novellierung des Rakesystems am PP zum 1.4.2013 wird dort nach wie vor brutal geraked. Bei 2/2 schwankt die Rake zwischen 4 und 10 Prozent, der Mittelwert bewegt sich um die 6 bis 7 Prozent.

Bei 5/5 schwankt sie ebenfalls um die 6 Prozent. Anzustreben wären theoretisch also Pötte in Höhe von €899.00, dann beträgt sie nur 2,8 Prozent.

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Und die Spielbank am Potsdamer Platz.

Die Nebenkosten am PP sind „nicht niedrig“. Eintritt zwei Euro, großes Bier €4,50, Kaffee und Softdrinks ebenfalls teuer.

Dazu dauert es manchmal ewig, bis Bedienungspersonal an den Tischen erscheint, um Bestellungen aufzunehmen.

Bei Rake und Preisen kann der FT ganz klar viele Punkte sammeln, das Spiel dort ist deutlich günstiger, denn derzeit gilt noch die alte Raketabelle aus den Zeiten von Westspiel.

Bei 1/1 macht sich das zwar kaum bemerkbar, bei 2/5 allerdings schon: erst ab Pot 100 wird geraked (€5), ab €250 sind es €10 (4%), ab €750 dann €15 (2%), ab €1250 schon €20 (1,6%), Cap ist bei €30 ab €2250 Potgröße (1,3 %).

Der Eintritt ist frei. Die Getränkepreise sind deutlich niedriger (gr. Bier 3,80 €), oft spendiert die Saalleitung Gratisgetränke für alle Anwesenden.

Ein Pokerbesuch am FT lohnt sich daher aus einer Reihe von Gründen, wenn man auf dem Weg dorthin die Augen etwas zukneift.

Die Atmosphäre ist sehr angenehm, deswegen verdient der FT die Chance, stärker frequentiert zu werden. Man kann hier nur an Berliner Spieler und Pokergäste von außerhalb appellieren: Bringt etwas Geduld mit, aber probiert das Game am Fernsehturm einfach aus!

Leider gibt es Überlegungen, die Rake am FT Ende Mai „anzupassen“, wie ein Floorman auf Nachfrage zerknirscht erzählte. Damit würde der Standortvorteil des FT gegenüber dem PP allerdings schlagartig wegfallen.

- Rainer Gottlieb

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Mario 2013-06-12 05:56:16

Gibt es dort auch Turniere am Fernsehturm ??