Becker auf dem Weg zum Netz

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Seit fast zwei Jahren ist Boris Becker nun als Pokerrepräsentant und -spieler unterwegs. Schnell wurden Vorwürfe laut, er sei nur ein Werbegag und hätte nicht wirklich etwas mit Poker am Hut.

Und als er beim Grand Final der EPT 2008 in Monte Carlo erstmals am Tisch saß, war es vielleicht wirklich so. Inzwischen nimmt Becker das Spiel allerdings sehr ernst.

Becker sprach mit uns bei der EPT Prag am letzten Wochenende. „Ich habe ein besseres Gefühl für das Spiel bekommen und verstehe nun, was am Tisch abläuft. Das ist eine Frage der Erfahrung. Je mehr man spielt, desto besser wird man, und ich bin bestimmt viel besser als noch im letzten Jahr."

Becker schied bei seinem ersten Auftreten relativ schnell aus, aber er erreichte bei einem €500-Side-Event ebenfalls in Monte Carlo den Finaltisch.

Spätestens seit seinem Erfolg bei der $25.000 WPT Championship im April dieses Jahres aber hat er so richtig Blut geleckt. Damals wurde er 40. und gewann dafür $40.855.

Zu seiner Unterstützung lässt sich Becker von mehreren Spielern des Team PokerStars coachen, aber der sechsfache Grand-Slam-Gewinner und ehemalige Führende der Weltrangliste bringt auch selbst ein paar nützliche Eigenschaften mit.

„Das mentale Spiel ist dem Tennis nicht unähnlich. Man darf vor großen Namen oder großen Events keine Angst haben. Für mich geht es vor allem darum, die Details des Spiels zu lernen, und weniger darum, Ängste zu überwinden und um viel Geld oder gegen bekannte Spieler zu spielen. Damit habe ich kein Problem. Wichtiger ist für mich, das Spiel besser zu verstehen."

Das Spiel zu lernen ist eine Sache - Leidenschaft eine andere. Wer an Beckers Leidenschaft zweifelt, braucht aber nur mal einen Blick in seine Londoner Wohnung zu werfen.

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Letzten Sommer bezog Becker dort ein $9 Mio.-Domizil, dessen Lage und Ausstattung weltweit Aufsehen erregte.

Die durchaus geräumige 7-Zimmer-Wohnung liegt nur hundert Schritte vom Centre Court in Wimbledon entfernt - Beckers „Wohnzimmer" - wo er damals Berühmtheit erlangte, als er als 17-jähriger Qualifikant das renommierteste Tennisturnier der Welt gewann.

Die Trainingsplätze sind von der Wohnung aus einzusehen, aber dort wird nicht nur Tennis gespielt.

Becker hat ein Zimmer als Pokerraum einrichten lassen, inklusive klassischem Pokertisch, Plüschsesseln und genügend Chips für eine ausgiebige Pokerpartie.

„Es lässt sich sehr gut an," sagte Becler. „Meine Frau spielt ziemlich gut und wir spielen oft mit Freunden. Das ist angenehm, weil wir zuhause sind und die Atmosphäre dann ein bisschen entspannter ist. Wir haben eine Menge Spaß und veranstalten ab und zu auch ein paar ziemlich kitzlige Cash Games."

Meistens spielen sie nur zum Spaß, aber da EPT-Gründer John Duthie, Sandra Naujoks, Sebastian Ruthenberg und Florian Langmann alle schon auf eine Partie hereingeschaut haben, konnte Becker sich immer mal wieder ein paar Tricks abgucken.

Seine Frau Lilly Kerssenberg erwartet im Februar ein Kind, aber im neuen Jahr warten noch weitere aufregende Ereignisse auf Boris Becker.

In den letzten beiden Jahren musste Becker siene Teilnahme an den EPT German Open jeweils wegen Krankheit absagen. In diesem Jahr will er allerdings endlich dabei sein und zeigen, was er kann. Gerüchten zufolge wird das Event in diesem Jahr im März in Berlin stattfinden.

„Ich hoffe wirklich, dass ich gesund bin und spielen kann. Ich will den deutschen Fans doch zeigen, dass ich mehr kann als nur Tennis spielen."

In Prag schied Becker noch vor dem Geld aus. Ein Coin Flip mit A-K gegen ein Paar. Sowas passiert auch den besten.

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