Greenstein: „Wenn man mich für senil hält, trete ich ab“

barry greenstein

Barry Greenstein ist seit 40 Jahren in in der Pokerszene, aber er sieht das Ende der Fahnenstange für sich noch lange nicht gekommen.

Unser dänischer Kollege Thomas Hviid sprach am Rande der Dreharbeiten von PokerStars TV in Monte Carlo mit Greenstein.

Der Main Event der EPT Monaco geht heute in den zweiten Tag. Ca. 270 Spieler haben diesen erreicht, unter ihnen auch Barry Greenstein.

Barry Greenstein spricht unter Anderem über die Rückkehr von Online-Poker und darüber, wie sein Stiefsohn Joe Sebok erpresst wurde.

PL: Was sagen Sie dazu, dass die erste Pokerseite offiziell Online-Poker ambietet?

BG: Ich repräsentiere PokerStars, und wir möchten natürlich, dass Online-Poker überall in den USA wieder erlaubt wird. Und wir wollen, dass PokerStars daran auch beteiligt sein wird.

Es wird kolportiert, dass es eigentlich schon legal ist, aber wir erwarten eine landesweit einheitliche Regelung, nach der man sich um eine offizielle Lizenz bewerben kann.

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Joe Sebok beendete seine Pokerkarriere, nachdem er erpresst wurde.

Bis dahin bestimmen die einzelnen Staaten selbst, ob Poker legalisiert wird, und man muss sich in den heweiligen Staaten um die Lienz bemühen.

Ultimate Poker zeigt, dass es funktioniert, und wir hoffen nun, dass man sieht, hier passietrt nichts Ungewöhnliches.

Unsere größten Konkurrenten bieten oft auch andere Spiele an, bis hin zu Casinoanbietern. Die wollen natürich nicht, dass ihre Kunden online spielen, sondern live.

PL: Die WSOP steht an. Es ist die zehnte seit Chris Moneymaker.

BG: Für mich ist es schon die 22. in Folge. Ich werde auch in diesem Jahr zu möglichst vielen Events antreten.

Welche, wiß ich noch nicht genau. Ich gehe einfach hin und schaue nach, was gerade angeboten wird, und falls ichirgendwo ausscheide, schaue ich einfach wieder in den Zeitplan.

Sicher ist nur, dass ich beim Main Event und bei der $50.000 Players Championship antrete.

In den Jahren nach Chris Moneymakers Sieg haben wir uns beim Spielerrat erfolgreich darum bemüht, dass Poker nicht ausschließlich von NLHE dominiert wird.

Es gefällt mir, dass wir deshalb auch Turniere in Varainten wie Badugi anbieten können. Gleichzeitig hören wir den Spielern natürlich auch zu. Ein Zugeständnis an die Online-Spieler sind etwa die 6-max Turniere, die zahlenmäßig zunehmen.

PL: Wo sehen Sie heute Ihre Aufgabe?

BG: Ich bin seit 40 Jahren in der Szene und habe eine Menge Erfahrung. Das heißt aber auch, dass manche Leute mich für zu alt oder abgehoben halten, oder sie fragen sich einfach, was will der alte Man mir sagen?

Aber ich glaube, dass ich noch einiges leisten kann. Erst wenn man mir sagt, dass ich senil werde, dann höre ich auf.

PL: Was können Sie uns zu dem Erpressungsfall sagen, in den auch Ihr Stiefsohn Joe Sebok verwickelt war?

BG: Vor drei oder vier Jahren hat sich jemand in seinen Email-Account gehackt und ist seine persönlichen Nachrichten durchgegangen.

Da waren wohl ein paar Nacktbilder von seiner Freundin dabei, und dann hat man versucht, ihn damit zu erpressen.

Es war eine ziemlich schmutzige Geschichte, und es aren offenbar auch noch andere Spieler betroffen.

Es wird die Leser freuen zu hören, dass ich keine Nacktbilder von mir in meinem Email-Postfach aufbwahrt habe, aber wahrscheinlich hat jeder irgendwo eine Email, die nicht an die Öffentlichkeit gelangen sollte.

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40 Jahre Erfahrung - Barry Greenstein.

Also kann eine solche Erpressung auch jeden treffen.

Joe zahlte den Erpressern kein Geld, im Gegensatz zu manch anderem, und er hatte das Glück, persönliche Verbindungen zum FBI zu haben.

Dort fand man schnell heraus, dass offensichtlich eine ganze Reihe Online-Pokerspieler erpresst wurden und es sich hier um ein groß angelegtes Verbrechen handelte.

Man nahm die Sache ernst, und Sebok wurde beauftragt, die Erpresser hinzuhalten und scheinbar auf ihre Forderungen einzugehen.

So gelang es dem FBI schließlich, die beiden Gauner zu finden und festzunehmen.

Einer de beiden war ein richtiger Psychopath. Selbst nachdem er schon aufgeflogen war, versuchte er, noch einen weiteren Spieler zu erpressen.

Eigentlich wollte Joe sich gar nicht zu der Sache äußern, aber das FBI nötigte ihn zu einer offiziellen Aussage.

Sie sagten, dass seine Aussage von großer Wichtigkeit wäre und man sie benötigte, um die Gangster hinter Gitter zu bringen.

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