Aussie Millions: Mizzi verspielt Führung

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Aussie Millions Sieger Tyron Krost.

Der Australier Tyron Krost hat überraschend den Main Event der Aussie Millions gewonnen. An einem starken Final Table setzte er sich in einem wahren Marathon nach mehr als 13 Stunden Spielzeit durch. Für seinen Sieg nimmt Krost die stolze Summe von A$2.000.000 mit nach Hause.

Die letztjährige Teilnehmerzahl von 680 konnte im Vergleich zum Vorjahr wieder gesteigert werden, blieb jedoch deutlich hinter den Erwartungen der Veranstalter zurück. Diese hatten mit 1.000 Startern gerechnet. Letztendlich zahlten 746 Spieler das Buy-in von $10.500 und sorgten für einen Preispool von A$7.460.000.

An den Tischen des Crown Casinos in Melbourne hatte sich wieder einmal die Creme de la Creme der Pokerszene versammelt. Phil Ivey, Barry Greenstein, Tom Dwan, Chris Ferguson, Gus Hansen, John Juanda, Jeff Lisandro und Altmeister Dan Harrington hatten allesamt die Reise nach Down Under angetreten.

Annette Obrestad
Enttäuschendes Ende für Annette Obrestad.

Aus dem deutschsprachigen Raum gingen unter anderem Benny Spindler, Florian Langmann, Nico Behling, Moritz Kranich, Nasr el Nasr, Cort Kibler-Melby, Ronny Kaiser und Severin Walser mit dabei und sollten für einen starken Auftritt sorgen.

Schlussendlich schafften acht von ihnen den Sprung in die 72 bezahlten Plätze. Für die große Überraschung sorgten jedoch zwei bis dato unbekannte Online-Qualifikanten. Denn am Ende von Tag 3 lagen der Österreicher Jürgen Wenigwieser (4./1.626.000 Chips) und der Deutsche Jens Kerper (10./640.000 Chips) bei noch 18 verbleibenden Spielern weiterhin gut im Rennen.

Leider war Wenigwieser am vierten Tag vom Pech verfolgt. Nachdem er zuvor zwei All-ins sehr unglücklich verloren hatte, lief er mit Königen in die Asse von Peter Jetten und musste nach einem grandiosen Turnier auf Platz 13 für A$75.000 gehen.

Nur wenig später folgte ihm dann auch Jens Kerper an die Rails. Shortstacked gingen seine letzten Chips auf einem Flop von J T 2 mit K 9 in die Mitte. Kosta Varoxis callte sofort mit Q J und sowohl Turn, als auch River brachten keine Hilfe. Der zehnte Platz wurde mit A$100.000 belohnt.

Eine sehr starke Leistung, wenn man bedenkt, dass sich Kerper online qualifiziert hatte und bei seinem ersten großen Liveturnier auf Anhieb bester Deutscher wurde.

Mit dem Ausscheiden von Kosmas Dratsas auf Platz 9 war Tag 4 dann beendet.

Vor Beginn des Final Tables sah alles nach einer klaren Angelegenheit zugunsten von Sorel Mizzi aus. Denn der Betfair Pro war überragender Chipleader und hatte mehr als das Dreifache an Chips vor sich stehen, als sein nächster Verfolger Tyron Krost. Auf Platz drei folgte Sorels Teamkollegin Annette Obrestad und die Experten waren sich einig, dass sie die Einzige war, die Mizzi noch aufhalten konnte. Doch es sollte ganz anders kommen.

Die Ausgangsposition zu Beginn des Finaltisches sah folgendermaßen aus:

Platz 1: Sorel Mizzi - 6,033,000
Platz 2: Stephen Shelley - 991,000
Platz 3: Annette Obrestad - 1,349,000
Platz 4: Tyron Krost - 1,869,000
Platz 5: Frederik Jensen - 1,754,000
Platz 6: Kosta Varoxis - 635,000
Platz 7: Peter Jetten - 1,700,000
Platz 8: Steven Friedlander - 694,000

Als Erster musste Stephen Shelley (8./A$125.000) seinen Platz räumen.

Sorel Mizzi
Sorel Mizzi - Riesenchiplead verspielt.

Nur wenig später erwischte es dann auch schon Annette Obrestad. Ihr Chipstack war zu diesem Zeitpunkt bereits deutlich geschrumpft, da sie zuvor einige kleine Pötte verloren hatte. Schließlich war sie mit A J all-in und Tyron Krost callte mit 7 7. Der Flop K Q 7 brachte sofort das Set für den Australier, allerdings auch den Gutshot für die junge Norwegerin. Dieser kam auf dem Turn (5) und River (K) jedoch nicht an und Obrestad musste sich mit Platz 7 und A$175.000 begnügen.

Nachdem Annette im Vorjahr bereits den 21. Platz im Main Event belegt hatte, konnte sie mit einem Sieg in Event#4 einem A$1.100 PLO und dem Final Table im Main Event erneut ihre Extraklasse unter Beweis stellen.

Anschließend folgten Steve Friedlander (6./A$ 250.000), Peter Jetten (5./A$350.000) und Kosta Varoxis (4./A$450.000).

Unterdessen legte Mizzi eine Achterbahnfahrt erster Güte hin. Zunächst verlor er einen großen Pot gegen Krost, der damit die Führung übernehmen konnte. Dann verdoppelte Frederik Jensen auf seine Kosten und auf einmal war der einst überwältigende Chipleader zum Shortstack mutiert.

Das Aus kam schließlich, als er nach einem Raise von Jensen weiter erhöhte und Krost ihn darauf hin mit A K all-in stellte. Nach langem Überlegen callte der 24-jährige mit 7 7. Der Flop brachte sofort einen König. Keine Hilfe am Board und Mizzi musste auf Platz 3 die Segel streichen.

Online ist der junge Kanadier unter den Namen Imper1um und zangbezan24 bekannt und gehört seit langem zu den gefürchtetsten Turnierspielern. Die A$715.000 sind jedoch sein bisher mit Abstand größter Cash in einem Liveturnier.

Ins Heads-up ging es mit einem 2:1-Chiplead von Krost. In der Folgezeit konnte er seine Führung kontinuierlich ausbauen. Nach nur 20 Minuten kam es zur entscheidenden Hand. Auf einem Flop von K 3 2 fanden die Chips den Weg in die Mitte. Jensen drehte K 6 um, doch Krost hatte ihn mit K 9 dominiert. Turn und River änderten daran nichts mehr und somit blieb der Titel zum zweiten Mal in Folge im Gastgeberland. Jensen wurde der zweite Platz mit A$1.100.000 versüßt.

- Lars Liedtke

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