Poker zu den Armen bringen

Andre Akkari1
Andre Akkari.

Andre Akkari kämpft für die Akzeptanz von Poker in Brasilien – und dafür, dass es allen Bevölkerungsschiten zugänglich gemacht wird.

Seit seinem Sieg bei  einem WSOP-Event bemüht sich Andre Akkari darum, Poker in seiner Heimat zu mehr zu machen als nur ein Kartenspiel.

Seit 2007 ist Akkari stolzes Mitglied es PokerStars Pro Teams, und er hat seitdem immer versucht, für seine Landsleute ein vorbild zu sein.

Akkari stammt aus Sao Paolo, arbeitet für ESPN und als Redakteur des Pokermagazins Flop. Der 39-Jährige erklärte uns seine Vision von Poker in Brasilien und darüber hinaus.

Aber zunächst einmal muss der Familienvater sich vor seiner Familie rechtfertigen.

PL: Wie viele Kinder hast du noch gleich?

AA: Zwei Töchter – nein, drei.

slum
Favela in Brasilien - Poker muss allen zugänglich sein.

PL: Du bist dir nicht sicher?

AA: Na ja, es sind zwei. Aber wir haben noch einen Hund, der zählt für mich als dritte Tochter.

PL: Wie kommt deine Familie mit deinem Job klar?

AA: Drücken wir es mal so aus: Sie hasst ihn nicht. Sie weiß, dass das mein job ist und ich ihn auch für sie mache.

Reisen gehört nunmal dazu. Poker hat mir viel gegeben, und manchmal muss man eben auch etwas zurückgeben.

PL: Deine Heimat Brasilien ist einer der Zukunftsmärkte der Branche. Wie seiht die Situationdort aus?

AA: Sie bessert sich. Ich arbeite mit einer Gruppe von Leuten hart daran, das Ansehen von Poker zu verbessern.

So langsam zeigen sich Ergebnisse. Poker beginnt, sich mehr Repsekt zu verschaffen.

PL: Ronaldo hat vor kurzem einen Vertrag mit PokerStars unterschrieben. Welche Auswirkung wird das haben?

AA: Das ist großartig. Ronaldo ist die bekannteste Person in ganz Brasilien. Was er sagt hat Gewicht. Und wenn er Poker gut findet, glauben ihm die Leute.

EPT London 2013
Selbst bei der EPT gibt es kaum farbige Spieler.

Ronaldo als Werbeträger ist ein Meilenstein für Pokerr in Brasilien.

PL: In diesem Zusammenhang – du hast in deinem Blog darüber geschrieben, warum es so wenig farbige Spieler gibt.

AA: Brasilien lebt in der Illusion, dass es kein rassistisches Land ist. Viele von uns, vor allem die Weißen und Mittelständler tendieren dazu, zu glauben, Brasilien sei tolerant, aber leider stimmt das nicht.

Wenn man in Brasilien in ein gutes Restaurant oder einen teuren Supermarkt geht, dann sieht man dort keine Menschen mit dunkler Hautfarbe.

Ich habe einen adoptierten Bruder, der schwarz ist, deshalb erlebe ich die Realität aus nächster Nähe.

Uns iat z. B. folgendes passiert: Zusammen mit meiner Mutter fuhren wir in unserem Auto. Mein Bruder saß auf dem Rücksitz.

Plötzlich stoppte die Polizei unseren Wagen, die Polizisten zielten mit Gewehren auf uns.

Derg Grund dafür war, dass mein Bruder schwarz ist. Sie dachten, er hätte uns vielleicht gekidnappt und würde uns bedrohen.

Kannst du dir vorstellen, wie sich das für ihn anfühlen muss?

Ronaldo
Werbeträger Ronaldo - was er sagt, hat Gewicht.

Deshalb habe ich das Thema aufgegriffen. Um auf die Situation in meinem Land aufmerksam zu machen.

Es gibt dort keine schwarzen Pokerspieler, weil es praktisch keine schwarze Mittelklasse gibt.

Als Mitglied der Pokerbranche muss ich versuchen zu ändern, so viel ich kann.  Man muss irgendwo anfangen, damit wie vielleicht in 30 bis 40 Jahren eine Wirkung erreichen.

PL: Wo liegen da die Ansatzpunkte?

AA: Fast die Hälfte der Bevölkerung ist schwarz, aber man sieht sie nicht, weil sie in Gebieten leben, die wir nicht besuchen.

Sie spielen deshalb kein Poker, weil sie dafür kein Geld haben.

Wir müssen Poker zu ihnen bringen. Kostenlosen Unterricht anbieten, Freerolls und Boot Camps veranstalten.

Poker sollte für die Armen dasselbe sein wie für die Anderen. Wenn wir in die ärmsten Regionen gehen, können wir ihr Leben verändern und etwas verbessern.

Und damit hätten wir wirklich etwas bewirkt.

PL: Selbst bei der EPT gibt es kaum schwarze Spieler...

AA: Ja, aber Phil Ivey ist schwarz, und ich frage mich wie viele Schwarze es wohl gibt, die vielleicht noch besser sind als er.

phil ivey bracelet
Wie viele Talente schlummern in den Favels, die besser sind als Phil Ivey?

PL: Geht es bei Poker nicht einfach nur um Geld?

AA: Nein. Poker ist ein Spiegel des Lebens. Man setzt sich an einen Tisch und hat es mit neun verschiedenen Persönlichkeiten zu tun.

Jedesmal lernt man etwas Neues dazu, und gleichzeitig gibt man den anderen etwas. Wenn man klug genug ist, kann man mit Poker seine Perönlichkeit ausbilden.

Das hört sich vielleicht scheinheilig an, aber Geld ist nicht das Wichtigste. Es ist nur genauso wichtig wie in jedem anderen Job.

Aber Geld hilft, und deshalb sollte es überall hinkommen. Unternehmen wir PokerStars haben dort riesige Märkte, die erschlossen werden wollen.

Ich glaube, dass genau das passieren wird. Es gibt nur diesen Weg.

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