Amarillo Slim stirbt im Alter von 83 Jahren

Amarillo Slim
Amarillo Slim, 1928-2012.

Der fünffache WSOP-Braceletgewinner Thomas „Amarillo Slim“ Preston verstarb am Morgen in Texas.

Seine Tochter ließ den Tod durch Mediensprecher Nolan Dalla offiziell bestätigen. Die Familie veröffentlichte die folgende Pressemeldung:

„Wir hoffen, dass unser geliebter Amarillo Slim für die positiven Dinge erinnert wird, die er für Poker und seine beliebteste Varainte Texas Hold’em getan hat.“

Bis heute gilt Preston als der Mann, der Texas Hold’em zu dem gemacht hat, was es heute ist.

Nolan Dalla and Amarillo Slim Preston
Preston im IPnterview mit Nolan Dalla.

Er war einer der Spieler der alten Garde, zu der auch Doyle Brunson und Brian „Sailor“ Roberts gehörten, die durch die Underground-Clubs von Texas tingelten und Poker spielten, bevor das Siel überhaupt nach Las Vegas kam.

Slim gewann die WSOP 1972 und erschien daraufhin in Dutzenden von Fernsehshows, darunter auch mehrmals in der Tonight Show mit Johnny Carson.

Vom Straßenspieler ins Pokerexil

Als im Jahr 2003 der Pokerboom ausbrach, nachdem Chris Moneymaker den WSOP Main Event gewonnen hatte, war Amarillo Slim nicht mehr in der Position, die Früchte dieser Entwicklung zu ernten.

Im August desselben Jahres hatte in ein Geschworenengericht wegen mehrfachen sittenwidrigen Verhaltens verurteilt, nachdem ihn seine Enkelin wegen Missbrauchs angezeigt hatte.

Die Vorwürfe wurden später fallen gelassen, und Preston erklärte hinsichtlich der Vergehen auf nolo contendere.

In einem ausführlichen Interview mit PokerListings erklärte Preston im Jahr 2009, dass er dem Verfahren nur ausgewichen sei, um seine Familie zu schützen, und dass er sich keines Vergehens schuldig gemacht habe:

„Trotz all der Vorwürfe war ich immer ein Familienmensch. Und nun, als über 80-Jähriger, werde ich plötzlich ein Tier, das über Kinder herfällt? Blödsinn.“

Preston wurde schließlich zu einer Geldstrafe von $4000 verurteilt, erhielt zwei Jahre Bewährung und musste sich einer Psychotherapie unterziehen, aber sein Ruf war ruiniert – obwohl sich Doyle Brunson mehrfach für ihn aussprach.

Amarillo Slim
"Sie hätten für mich eintreten können. Aber niemand tat es."

Der Mangel an Unterstützung, die er ansonsten von der Pokerszene erhielt, traf Preston schwer, gerade weil sich niemand ihm direkt stellte:

„Zu mir hat nie jemand etwas Negatives gesagt, egal ob am Pokertisch oder außerhalb. Es gibt viele Heuchler in der Pokerszene, und einige davon schulden mir was. […] Nicht einer von ihnen hat sich öffentlich an meine Seite gestellt. Ich höre einfach nichts mehr von ihnen. […] Sie hätten aufstehen und für mich eintreten können. Aber niemand tat es.“

Thomas Preston wurde am 31. Dezember 1928 in Johnson, Arkansas, geboren. Er starb in den Morgenstunden in einem Hospiz nahe seiner Heimatstadt Amarillo, Texas.

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AssaufdemFluss 2012-04-30 05:16:35

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