Amarillo Slim - Das gefallene Denkmal

Amarillo Slim

Unser Osterei ist ein zweiteiliges Interview mit Amarillo Slim Preston. Das ist allerdings nur einer von vielen seiner Spitznamen.

Zocker, Pokerbotschafter und Lebende Legende gehören zu den freundlichen Bezeichnungen. Weniger nett sind Betrüger, Gesetzloser und Betrüger - diese stammen aus seinen frühen Tagen als Pokerprofi.

Allerdings kann kaum etwas so schlimm sein wie der Vorwurf der Pädophilie. Genau diese Anschuldigung hat Slims Image aber nachhaltig geschädigt.

Im März 2003 wurde Thomas Austin Preston, genannt „Amarillo Slim", der sexuellen Belästigung eines Kindes beschuldigt. Die Pokerlegende durchlebte daraufhin alle Unannehmlichkeiten eines Gerichtsprozesses, musste mit ansehen, wie seine Familie zerriss und wurde Zeuge, wie die Medien seinen Ruf in Grund und Boden schrieben.

Im August 2003 stand Slim wegen mehrfacher Belästigung von Kindern vor dem Gericht von Randall County, Texas. Die Vorwürfe wurden später fallen gelassen, aber Slim ließ sich schließlich hinsichtlich der Vorwürfe wegen Körperverletzung auf einen außergerichtlichen Vergleich ein, um seine Familie zu schützen, wie er erklärte, und um einem peinlichen öffentlichen Verfahren zu entgehen.

Er wurde zu einer Geldstrafe von $4000,- verurteilt und angewiesen, psychologische Beratung einzuholen.

Zwar musste Slim nicht ins Gefängnis, wurde aber von den Dingen ausgeschlossen, die er sich am meisten wünscht: Respekt und Anerkennung. Während andere, weniger verdiente Spieler in den letzten Jahren reich und berühmt wurden, ging der Poker-Boom an Slim vollständig vorbei.

Viele seiner früheren Freunde wandten sich von ihm ab. Der Plan, einen Hollywoodfilm über ihn zu drehen, wurde wieder fallen gelassen.

Am 30. Januar 2009 ging ich in eine Suite im Bellagio in Las Vegas, das für unseren Termin reserviert worden war. Die einzige Bedingung für das Interview war, dass es keine Bedingungen geben würde. Slim musste jede meiner Fragen beantworten. Ansonsten würde ich den Mitschnitt nicht veröffentlichen. Slim akzeptierte diese Bedingungen.

Das Interview dauerte drei Stunden. Slims Partner Michael Hirschensohn war die ganze Zeit anwesend.

Im Folgenden Auszüge aus diesem Interview. Im ersten Teil lesen Sie, was wirklich mit Amarillo Slim passiert ist.

Nolan Dalla and Amarillo Slim Preston
Ein Interview ohne Grenzen..

ND: Sie haben sich zu den Vorwürfen sechs Jahre lang nicht geäußert.

AS: Das stimmt. Ich habe kein Wort dazu gesagt.

ND: Sie haben sich in der Öffentlichkeit nicht geäußert und kein Interview gegeben. Warum haben Sie so lange gewartet, um Ihre Version der Geschichte zu erzählen, und warum ist gerade der der richtige Zeitpunkt dafür?

AS: Im Gegensatz zu all den Anschuldigungen bin ich immer ein Familienmensch gewesen. Und dann werde ich als 80-jähriger der Kindesmisshandlung angeklagt? Das kann doch nicht wahr sein.

ND: Beginnen wir mit dem ersten Vorfall. Was ist damals passiert?

AS: Wir waren damals auf meiner Ranch. Ich wollte den Kindern meine Pferde zeigen. Während wir draußen auf den Feldern waren, begann es zu regnen. Wir wollten raus aus dem Regen. Ich setzte mich mit vier meiner Enkel in die Kabine des Lastwagens - ich und meine vier Enkel. Sie waren zwischen 3 und 13 Jahren alt.

ND: Eines der Kinder war Ihre 12-jährige Enkeltochter Hannah.

AS: Richtig. Als es zu regnen begann, wollten wir uns nicht festfahren, da wir uns so weit draußen befanden. Ich weiß nicht, ob Sie sich mit Allradantrieb auskennen, aber bei meinem Diesel Pick-up ist der Schalthebel am Boden befestigt.

Natürlich wollte ich das Auto nicht festfahren, um Himmels willen, und dann 20 Meilen zurück in die Stadt laufen. Da wir alle in der engen Kabine saßen, befand sich das Opfer - ich sage hier Opfer, obwohl davon überhaupt keine Rede sein kann - sehr nahe bei mir. Drei Kinder saßen auf den Sitzen und eines auf meinem Schoß.

Wir waren also in der Kabine des Pick-ups. Ich sagte, ich muss auf Vierradantrieb umschalten, sonst stecken wir bald fest und sitzen den ganzen Tag hier. Ich griff also nach unten, etwa so, und suchte nach dem Schalthebel. Meine Enkelin saß direkt daneben. Ich tätschelte ihren Oberschenkel und sagte, „Ich wette, das fühlt sich gut an."

Sie antwortet „ja" und kicherte. Wir waren alle zusammen im Auto. Wo es da zu einer sexuellen Belästigung gekommen sein soll, ist mir schleierhaft. Ich habe in meinem ganzen Leben niemals ihre Genitalien berührt oder ihre Brust, sie auf den Mund geküsst, auf unanständige Weise angefasst oder jemals etwas Anderes getan als mit ihr herumgealbert.

Ich habe ihr niemals etwas angetan.

ND: Das war der erste Vorfall (im Januar 2003). Es gab aber noch weitere Vorwürfe, etwa im März 2003. Insgesamt wurde von drei Vorfällen gesprochen.

AS: Das ist unmöglich. Es gab nur zwei. Der erste ist unbegründet. Was den zweiten Vorfall betrifft, da wollten meine Enkel schwimmen gehen.

Wir haben hinter dem Haus einen großen Swimming Pool. Hannah kam zu mir rüber und setzte sich auf meinen Schoß. Sie hatte einen Badeanzug an. Sie sagte, „ich gehe wieder ins Wasser und schwimme". Darauf sagte ich: „Schwing deinen Hintern ins Wasser."

ND: War noch jemand anwesend, als das Kind auf Ihrem Schoß saß?

AS: Es war niemand dabei. Ich kann Ihnen nur erzählen, was passiert ist. Jeder andere, der Ihnen etwas erzählt, kann nur Vermutungen anstellen, denn es war niemand dort.

Jedenfalls gingen die Kinder schwimmen und planschten herum und fuhren dann nach Fort Worth zurück, wo sie leben.

Etwa drei Wochen später erklärte der Kinderschutzbund, Hannah hätte eher zufällig von einer Belästigung erzählt, die passiert sei, als alle Kinder zusammen spielten. Ich wusste davon nichts, bis...

ND: Moment. Was glauben Sie, was in der Zeit nach jenem Nachmittag passiert ist? Wie wurde der Kinderschutz darauf aufmerksam?

AS: Sie gab vor ihren Geschwistern an und hat dabei übertrieben. Nur so kann ich mir das vorstellen, denn es sit ja nichts passiert.

Seit jenem angeblichen Vorfall saß sie mindestens 60 Mal auf meinem Schoß. Glauben Sie, sie wäre zu mir zurückgekommen, wenn ich ihr etwas angetan hätte?

Vergessen wir mal all das Gerede, glauben Sie wirklich, sie wäre zu mir gekommen? Niemals! Sie war nirgendwo sicherer als bei mir.

ND: Wie haben Sie reagiert, als Sie erfuhren, dass jemand die Behörden informiert hatte?

AS: Ich habe davon erst direkt von den Behörden erfahren.

ND: Wie erfuhren Sie davon?

Amarillo Slim
"Sie war nirgendwo sicherer als bei mir."

AS: Telefonisch. Sie reifen mich an. Der Kinderschutz sagte: „Mr. Preston, es liegt eine Anzeige gegen Sie vor. eine Anzeige wegen Belästigung einer Ihrer Enkeltöchter."

Ich war natürlich völlig überrascht. Ich sagte: „Das kann unmöglich Ihr Ernst sein." Sie sagten, es sei vor zwei oder drei Wochen geschehen. Dann fragten sie mich, ob ich einen Anwalt habe. Ich antwortete, dass ich keinen bräuchte. Schließlich habe ich ja nichts getan, wozu also ein Anwalt?

ND: Sprechen wir über die rechtliche Seite.

AS: Die Vorfälle wurden untersucht. Es gab keinen Hinweis auf eine Misshandlung. Die Untersuchungen wurden von den Behörden in Fort Worth durchgeführt.

ND: Warum in Fort Worth? Sie leben doch in Amarillo.

AS: Sie leben aber in Fort Worth. Die ganze Familie, meine ich. Mein Sohn lebt mit seiner Familie in Tarrant County. Jedenfalls dachte ich schon, die Sache sei ausgestanden.

Aber dann bestellte mich der Bezirksstaatsanwalt James Farren, den ich schon seit vielen Jahren kenne, in sein Büro. Er sagte, „wir haben eine Anzeige aus Fort Worth vorliegen, die einen Vorfall zwischen Ihnen und einem Ihrer Enkel betrifft". Darauf sagte ich, mein Gott James, die Sache wurde untersucht und die Vorwürfe fallen gelassen".

Also besprachen wir, dass Farren der Grand Jury mitteilen würde, dass ich freiwillig einen Lügendetektortest gemacht und bestanden hatte. Die Grand Jury hat das aber nie erfahren.

ND: Sie bestehen darauf, dass die Vorwürfe fallen gelassen wurden. Aber es gab doch eine Anklage gegen Sie. Ist das richtig?

AS: Ja. Aber die Grand Jury hat mich gar nicht vorgeladen. Ich bekam keine Gelegenheit, meine Version der Geschichte zu erzählen. Ich hatte keine Chance.

ND: Sie sind sicher einer der bekanntesten Männer in Amarillo. Glauben Sie, das macht Sie zu einem Ziel?

AS: Vielleicht. Aber ich weiß, und Gott weiß es auch, dass ich keinem meiner Enkel je etwas angetan habe. Ich habe sie doch mit erzogen.

Wenn die Schule anfängt, besorgt Opa die Kleidung. Wenn die Ferien bevorstehen, lade ich das Auto voll und fahre mit allen aufs Land.

Wenn Sie zur Kirchenfreizeit sollen, sorge ich dafür, dass sie das nicht verpassen... ich schicke sie überall hin. Wir stehen eng zusammen. Wie hätte da so etwas passieren sollen?

Sie alle waren danach oft am Wochenende zu Besuch. Es macht alles keinen Sinn.

ND: Viele glauben, dass Sie schuldig sind, weil Ihr Sohn, Ihre Schwiegertochter und Ihre Ex-Frau behaupten, dass die Vorwürfe zutreffen, und weil daraufhin Ihre Familie zerbrochen ist.

AS: Ja, das ist tatsächlich so gewesen. Aber inzwischen stimmt das nicht mehr. Inzwischen haben sie alle schriftlich bestätigt, dass dies ein Fehler gewesen ist und das es nie zu sexuellen Übergriffen gekommen ist.

(Amarillo Slim präsentiert daraufhin mehrere unterschriebene und beglaubigte Dokumente.)

Lesen Sie im zweiten Teil, wie Slim sich auf eine außergerichtliche Einigung einließ und welche Konsequenzen dies für sein Leben und seine Familie hatte.

 

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