Es gibt mehr auf der Welt als Hold’em. Teil 3: Stud Hi-Lo und 2-7 Triple Draw

erick lindgren
Erick Lindgren ist ein bekannt guter Stud H-Lo Spieler.

Dritter und letzter Teil der Serie. Wir haben Omaha, Omaha Hi-Lo, Stud und Razz kennen gelernt, jetzt kümmern wir uns um Stud Hi-Lo und 2-7 Triple Draw.

Die letzten beiden Pokervarianten, die ich Ihnen hier vorstellen möchte, sind eher ungewöhnlich. Das erste Spiel gehört zu den schwierigsten überhaupt, das zweite ist aus verschiedenen Gründen selten im Angebot.

Stud 8 or better

Auch genannt Stud Hi-Lo. Diese Variante gehört zu meinen persönlichen Favoriten.

Die Grundlagen

Das Spiel läuft genauso ab wie Stud. Jeder bringt eine Ante, die niedrigste offene Karte muss eröffnen, und jeder erhält zunächst drei Karten. Der Unterschied zu Stud ist derselbe wir der zwischen Omaha und Omaha 08: Die beste, qualifizierte, niedrige Hand gewinnt den halben Pot.

Wie bei 08 besteht die Low-Hand aus fünf verschiedenwertigen Karten, von denen keine einen höheren Wert als Acht haben darf. Straights und Flushes spielen keine Rolle, die beste Low Hand ist also A-2-3-4-5, unabhängig von der Kartenfarbe.

Strategie

Falls Sie die Artikel über Omaha 08 gelesen haben, dann wissen Sie, dass Sie dort grundsätzlich auf die High Hand spielen sollten, aber einen Blick auf Low Draws behalten. Bei Stud Hi-Lo verhält es sich genau umgekehrt. Spielen Sie auf das Low mit Seitenblick auf das High. Wie bei Omaha kommt es auch hier relativ häufig vor, dass der Low Pot geviertelt wird.

In Stud ist es viel einfacher, zu erkennen, ob man die beste Low Hand hat als die beste High Hand. Man schaut sich die Karten genauso an wie bei Razz, das gilt auch für die gegnerischen Karten. Außerdem muss bei Stud Hi-Lo die niedrigste Karte bringen. Wenn Sie eine gute Low-Starthand bekommen, können Sie sofort erhöhen und damit den Pot aufbauen.

freddy deeb
Freddy Deeb gewann 2007 das $50k HORSE Event der WSOP.

Vergleichen Sie Ihre Karten mit den gegnerischen. Wer sucht nach welcher Hand? Wer spielt auf high, wer auf low? Wen können Sie schlagen? Versuchen Sie generell, ein gutes Los zu erreichen und dabei vielleicht noch ein gutes High mitzunehmen.

Die großartigste Hand ist natürlich das Wheel (A-2-3-4-5), denn es ist das Nut Low und eine Straight für das High.

Stud Hi-Lo Starthände

Die besten Starthände für Stud Hi-Lo sind solche, die sowohl low als auch high Potenzial haben. Auf Platz 1 landet damit A-2-3 suited.

2-7 Triple Draw Lowball

Diese Variante erinnert ein bisschen an das, was wir als Kinder unter Poker verstanden haben oder was man in alten Western zu sehen bekommt. Five Card Draw ist die urtümlichste Pokervariante. Wir sprechen hier über die Lowball-Version.

Es werden fünf Karten gegeben. Die erste Setzrunde beginnt bei dem Spieler links vom Big Blind.

Nach der ersten Setzrunde darf jeder Spieler so viele Karten tuschen, wie er möchte. Dann beginnt die zweite Setzrunde, und zwar links vom Button.

Insgesamt darf dreimal getauscht und dementsprechend viermal gesetzt werden. Falls noch zwei oder mehr Spieler in der Hand sind, werden die Karten nu aufgedeckt. Die beste Hand gewinnt. Da es sich hier um eine Lowball-Variante handelt, ist die schlechteste Hand die beste Hand.

Die wichtigsten Unterschiede zu anderen Lowball-Spielen sind:

- Asse sind immer oben

- Paare, Straights und Flushes zählen gegen den Spieler

Damit ist die bestmögliche Hand in Triple Draw Lowball 7-5-4-3-2 offsuit. Die Hände werden grundsätzlich von oben nach unten gewertet. Die obige Hand nennt man deswegen auch ein 7-5 Low. Sollte es zwei identische Gewinnerhände geben, wird der Pot geteilt.

Da bei dieser Variante besonders viele Karten gegeben werden, wird diese Variante normalerweise mit höchstens sechs Spielern gespielt.

Venetian-casino
Das Venetian ist eines der wenigen Casinos, die 2-7 Lowball anbieten.

Grundlegende Strategie

Man kann es nicht anders sage: 2-7 ist ein Action Game. Man sieht viele Bets und viele Showdowns. Bei dieser Variante ist der Glücksfaktor besonders hoch. Ein Pokerspiel, bei dem oft mehrere Spieler involviert sind und bis zum Ende durchcallen, hat immer einen höheren Glücksfaktor.

Durch den höheren Glücksfaktor steigt auch der Wille zum Gamblen bei den Spielern. Das kann sich für einen tighten Spieler höchst positiv auswirken. Mit einer Acht hoch stehen die Chancen auf den Potgewinn schon ziemlich gut. Mit einer Sieben muss man den Pot nur noch sehr selten teilen.

Mit einer so guten Hand gilt es, immer zu setzen, was das Zeug hält. Wenn Sie konservativ spielen, bis Sie ein Monster bekommen, sollten Sie in der Lage sein, profitabel zu spielen. Halten Sie dagegen eine Hand, von der Sie vier oder gar fünf Karten tauschen wollen, sollten Sie besser folden. Spielen Sie keine Hand, bei der Sie mehr als drei Karten tauschen möchten.

Selbst mit drei getauschten Karten benötigen Sie eine Menge Glück. Wenn Sie selbst den Lead übernehmen wollen, sollten Sie eine, höchstens zwei Karten ziehen. Denken Sie an eine Hand wie A-2-3-4-5. Sie werfen das Ass ab und könnten eine weitere Zwei erhalten. Da der Glücksfaktor so hoch ist, sollten Sie sich auf große Swings einstellen. Spielen Sie tight und gute Hände stark, dann werden Sie mit 2-7 eine Menge Spaß haben.

Schlussbemerkung

Ich hoffe, Sie hatten ein bisschen Spaß mit unserer kleinen Serie. Vielleicht haben Sie ja auch Lust bekommen, mal etwas Anderes auszuprobieren als nur Texas Hold’em. Die Pokerwelt hat schließlich mehr zu bieten.

Die meisten Spieler halten sich heute ausschließlich an Hold’em. Das sind Ihre zukünftigen Opfer, denn wirklich gute Spieler beherrschen alle Varianten.

Es gibt mehr auf der Welt als Hold'em

 

 

Bitte füllen Sie die erforderlichen Felder korrekt aus.

Es ist ein Fehler aufgetreten!

Sie müssen drei Minuten warten, bevor sie einen weiteren Kommentar abgeben können.

Noch keine Kommentare