„Alles, was Spaß macht, aber keiner braucht"

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Doch eher Geschäftsmann - Detlev Erhardt.

Wie aus einer Idee und einem Stall voller Karten Europas größter Shop für Casino- und Pokerzubehör wurde.

Als Detlev Erhardt vor über zehn Jahren Las Vegas einen Besuch abstattete, geschah das ohne Hintergedanken. Als Angestellter bei Activision in Santa Monica, Kalifornien, nahm man die Gelegenheit schon ab und zu wahr, sich im Spielerparadies in der Wüste abzulenken. Auch Erhardt suchte nur nach etwas Zerstreuung und nicht etwa nach einer profitablen Pokerpartie. Poker spielt er nämlich nur selten, und wenn, lacht er, „dann gehöre ich meistens zu den Leuten, die die Gewinner finanzieren".

Die Idee

Der Impuls, sich mit einer neuen Geschäftsidee in Deutschland eine Existenz aufzubauen, entstand allerdings doch in einem Casino. Während eines Gesprächs mit einem Roulettespieler fragte Erhardt sich plötzlich, wo er denn eigentlich die notwendige Ausrüstung erstehen könnte, wenn er selbst ein paar Spiele organisieren wollte.

Und weiter: Wo bekommen eigentlich die Casinos ihre Jetons und Tische her? Eine kurze Recherche ergab, dass es keinen Fachhändler dieser Art in Deutschland gab, und dass offenbar noch niemand versucht hatte, diese Nische zu besetzen.

Der Stall

„Also habe ich zwei Paletten mit allem Möglichen, was Casinos so benötigen könnten, zusammengepackt und nach Deutschland geschickt." Angefangen hat dann alles beim Online-Auktionshaus Ebay, im Jahr 2001. Erhardt verkaufte zunächst fast ausschließlich online, und das aus gutem Grund:

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„Wir hatten kein richtiges Lager und haben deshalb das ganze Material in einem Stall aufbewahrt. Wenn jemand persönlich vorbeikam, war mir das eher peinlich."

Der Aufstieg

Trotzdem, und das ist durchaus ungewöhnlich, „lief das Geschäft eigentlich von Anfang an". Also gründete Erhardt den „Gamblerstore", bezog einen Verkaufsraum und begann, Personal einzustellen.

Der Pokerboom in Europa tat natürlich sein Übriges, um die Geschäfte anzukurbeln, sodass heute auch 80% des jährlichen Umsatzes in diesem Bereich stattfinden. Heute besteht das Team nicht nur aus Verkauf und Verwaltung, zusätzlich beschäftigt sind zwei Schreiner und zwei Grafikerinnen - „für die besonderen Aufträge".

Und was bedeutet das? „Es gibt Leute, die möchten einen Pokertisch im altenglischen Stil, weil das zu ihrer Einrichtung passt. So was machen dann unsere Schreiner", sagt Erhardt, und fügt nach kurzem Nachdenken hinzu: „Wobei man sich natürlich erstmal fragen muss, was Alt-Englisch überhaupt bedeutet."

Und was war der ungewöhnlichste Auftrag? „Haben Sie schon einmal einen Tisch gebaut, der nicht brennt und nicht aus einem Flugzeug fällt?" Nein, haben wir nicht. „Wir schon. Der Auftrag kam von einem Flugzeugveredler.

Ein Pokertisch, der in einem Flugzeug verankert wird. Die Zahl der Sicherheitsbestimmungen für so ein Projekt sind zahllos." Und wie bekommt man das mit dem Brandschutz in den Griff? „Man nimmt jedes Teil von einem Pokertisch, hält ein Feuerzeug dran, und wenn es anfängt zu brennen, sucht man eben nach alternativem Material."

Der Umzug

Im letzten Jahr hat der Gamblerstore 5 Mio. Euro Umsatz gemacht. „Ich bin eben doch eher Geschäftsmann", sagt Erhard. In Kooperation mit Everest Poker veranstaltet Animazing Anfang Juni ein Live-Turnier, bei dem zwei Plätze für die WSOP zu gewinnen sind.

Als Gäste haben sich die Profis Michael Keiner und Hans Martin Vogl, Stratege Stephan Kalhamer, DSF-Pokerkommentator Michael Körner und Kartentrickspezialist Michael Dworschak. Jetzt zieht der Laden um. Die neue Halle in Regensburg hat eine Fläche von 4000 qm.

 

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