Ali Tekintamgac wegen Betrugs disqualifiziert

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Unter dem Titel „die anderen November Nine" wurde bis heute Nachmittag das Finale der Partouche Poker Tour gehandelt. Finalteilnehmer Ali Tekintamgac aus Deutschland wurde soeben aus dem Turnier entfernt. Der Vorwurf: Falschspiel.

Da waren es nur noch acht. Wegen angeblicher Absprachen mit Bloggern und/oder Journalisten hat das Management der Partouche Poker Tour Ali Tekintamgac disqualifizert.

Die Entscheidung fiel aufgrund von Videos, die am TV-Tisch produziert wurden. Nach Angaben von Patrick Partouche wird das Material nun vom Betrugsdezernat der Polizei gesichtet. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, droht Tekintamgac nach französischem Recht sogar eine Gefängnisstrafe.

Auf YouTube kursiert ein Clip, in dem bei Position 0:32 zu sehen sein soll, wie der Journalist hinter Tekintamgacs Gegner diesem in die Karten sieht und ihm dann ein Zeichen gibt. Daraufhin bezahlt Tekintamgac ein All-in mit Dame-5. Dies ist allerdings nicht mehr als eine Theorie, und der Video-Clip hat keinerlei Beweiskraft. Die Szene stammt vom Finale der WPT Barcelona 2010.

Es ist nicht das erste Mal, das Tekintamgac in Verruf gerät. Erst in diesem Sommer wurde er aus dem Main Event der EPT Tallinn „entfernt", wie in dieser Pressemitteilung verkündet wird. Er sei bei der verdeckten Kooperation mit angeblichen Medienvertretern erwischt worden, die ihm Zeichen gaben, um ihm Informationen über die Hände der Gegner zukommen zu lassen.

Schon im August hatte Shaun Deeb in einem längeren Eintrag bei 2+2 erklärt, dass es auf der europäischen Pokertour „Gerüchten zufolge zu merkwürdigen Vorkommnissen gekommen sein könnte". Eine bewusst vorsichtige Formulierung, und es gilt auch weiterhin, keine vorschnellen Urteile zu fällen.

Unter dem Namen „Hassan" gab sich ferner ein Forumsmitglied von 2+2 in dem entsprechenden Thread als Freund von Tekintamgac aus, verteidigte dessen Integrität und konstruierte „rassistische Vorurteile" bei anderen Forumsmitgliedern. Eine haltlose Beschuldigung, denn Tekintamgac wurde bereits in Tschechien gesperrt und u. A. bei den Cyprus Classics des Falschspiels beschuldigt. Daneben sind die Foristen bei 2+2 eine höchst multinationale Community. Tekintamgacs türkische Herkunft spielt in diesem Fall also überhaupt keine Rolle. Andere Forumsmitglieder reagierten zurecht entrüstet.

In Cannes wurden nun Tekintamgacs Chips vor Beginn des Finaltisches eingezogen. Das ihm bereits sichere Preisgeld wird beschlagnahmt. Ob es wohltätigen Zwecken zugute kommt oder auf die anderen Spieler (Vanessa Selbst, Fabrice Soulier, Ibrahim Raouf, Mickael Etalapera, Raphael Kroll, Sören Kongsgaard, Cyril André und Tobias Reinkemeier) verteilt wird, ist noch nicht entschieden.

Die bisherigen Maßnahmen lassen jedoch darauf schließen, dass es sich von seiten der Turnierleitung und Polizei um mehr als nur Vermutungen handelt.

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