The Raise - Rainers Rückblick

Wenn die Nacht zum Tag wird – Splitter von der WPT Prag

Von: Rainer Vollmar
07 Dezember 2012
Geposted in: The Raise - Rainers Rückblick
Jan Peter Jachtmann

Pokerspieler sind ja bekanntermaßen Nachtschwärmer. Wenn normale Menschen Feierabend machen, kriechen die Cashgame-Highroller wie Jan Jachtmann, Tobias Reinkemeier, Phillip Gruissem oder Quirin Zech aus ihren Betten und nehmen den Aufzug in den dritten Stock des King’s Casinos von Prag. Dort geht es dann richtig rund.

Atemberaubende Cashgames

Jede Nacht laufen Partien um Summen, bei denen es den erwähnten normalen Menschen schwindlig würde. Die teuerste Runde mit sechs Spielern ist No-Limit Hold’em zum Sonderpreis von €200/€400, in der während dieser Tage eigentlich immer dieselben Akteure sitzen.

Besitzer Leon Tsoukernik, der öfters mitmischt, ist selbst dies manchmal zu langweilig. Dann knöpft er sich Pius Heinz oder Martin Kabrhel im Heads-Up vor und spielt um Monatseinkommen als Blinds.

Pius Heinz
Ist ja noch jung - Pius Heinz.
 

Durchaus Standard sind in diesen Heads-Ups Grundeinsätze von €1000/€2000, die den schwerreichen Tschechen höchstens einen Griff in die Portokasse kosten, einem Pokerweltmeister wie Pius Heinz an einem schlechten Tag jedoch durchaus weh tun können.

Augenzeugenberichten zufolge soll der Wahlwiener gestern einen solchen erwischt haben und in den frühen Morgenstunden (also dann, wenn normale Menschen aufstehen oder zur Arbeit gehen) einen sechsstelligen Betrag abgespielt haben.

Naja, er ist ja jung und kann im Zweifelsfall noch mal ganz von vorne anfangen.

Weltmeister sucht Frau

Fester Bestandteil der teuersten PLO-Runde (die, alter Kalauer, nicht unbedingt in Beirut stattfindet) im King’s ist, wie es sich gehört, der aktuelle Weltmeister in dieser Variante. Mit Blinds von €100/€100 sind die Grundeinsätze zwar niedriger, aber das klingt billiger, als es ist.

Olivier Busquet
Olivier Busquet, WPT Prag, Tag 1.
 

In meinem Interview gestand Jan Jachtmann recht offenherzig, dass ihm zum großen Glück nun nur noch eine Frau fehle. Niemand, der ihn kennt, würde ihm das nicht wünschen, denn der Hamburger Jung ist entgegen vieler Vorurteile gar kein arroganter Schnösel.

Wie aber kommt Jan zu seiner Frau? Denkbar ungeeignet als Kandidatin ist Liv Boeree, denn ihr Lover Kevin MacPhee ist jünger als Jachtmann, größer als Jachtmann und demzufolge vermutlich auch stärker als Jachtmann. Keine Chance also, lieber Jan, oder besser gesagt, Finger weg.

Wie es klappen könnte, zeigte Olivier Busquet. Der Amerikaner gehört wie Jachtmann zu den bestangezogenen Männern der Pokerszene und hebt sich damit positiv (jawohl, Mike Sexton) von der ewiggleichen Hoodie-Masse in den Turniersälen ab.

Doch jetzt kommt’s. Am ersten Turniertag erschien Busquet in einem außerordentlich schönen Pullover, der eine ganze Nacht lang den Spielsaal erstrahlen ließ.

Am nächsten Tag wechselte Busquet selbstverständlich seine Kleidung und tauchte in einem etwas zurückhaltenderen Pulli auf.

Elisabeth Hille
Elisabeth Hille, WPT Prag, Tag 2.
 

Den schicken Pulli vom Vortag trug stattdessen Elisabeth Hille, und auch sie kleidete er vorzüglich.

Das, lieber Jan Jachtmann, könnte ein Schlüssel zu Frau, Glück und den ersehnten Nachkommen sein.

Statt über den Blocker für die Straight oder den missglückten Flush zu reden, erhalten kleine Geschenke nicht nur die Freundschaft, sondern können auch der Anfang einer großen Liebe sein.

Angeblich ist Hille zwar mit einem Norweger liiert, doch zeigte sie hier in Prag zumindest, dass auch sie gern am Pokertisch sitzt und nicht etwa zuhause sehnsüchtig auf die Heimkehr ihres Liebsten wartet.

Keine dreißig Minuten nach ihrem Aus beim Main Event (Platz 50) kaufte sie sich für das €1500-Side Event ein und stört damit auch niemanden beim Cash Game.

 

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