Royal Flush - Die fünf schönsten Volltreffer der Live-Pokergeschichte

Von: Rainer Vollmar
21 Februar 2013
Geposted in: The Raise - Rainers Rückblick
royal flush

Endlich war es mal wieder so weit. Beim zweiten Starttag der WPT Baden kam PartyPoker Pro Bodo Sbrzesny in den seltenen Genuss eines Royal Flush und damit der besten Pokerhand überhaupt.

Die Wahrscheinlichkeit dafür beträgt bescheidene 0,0032 Prozent, und es soll so manchen Pokerspieler geben, der bis heute auf dieses besondere Erlebnis wartet.

Grund für uns, ein wenig in den Pokerannalen zu stöbern und ein paar Höhepunkte der Pokergeschichte ins Gedächtnis zu rufen.

Volle Auszahlung für Sbrzesny

herold sbreszny
Bodo Sbreszny.
 

Beginnen wir mit dem jüngsten Volltreffer. Mit Q T raiste Sbrzesny und bekam von Christian Golob einen Call mit 3 3. Der Flop brachte A K 3 und beide checkten. Umso mehr Action folgte dann auf dem Turn, der den J brachte.

Nach diversen Raises und Reraises landeten alle Chips in der Mitte und als die Karten aufgedeckt wurden, war Golob Drawing Dead.

Golob nahm die Sache mit Humor und holte seinen Fotoapparat, nachdem der Dealer zur Abrundung des Ganzen auf dem River das A aufgedeckt hatte. Am Ergebnis änderte das natürlich nichts mehr – Sbrzesny kassierte den ganzen Stack seines Gegners.

 

Der traurige Royal Flush des Tony G.

Nicht immer bedeutet der absolute Volltreffer beim Poker aber auch das vollendete Glück. Tony G etwa musste sich beim Cashgame während der Aussie Million 2008 mit einem bescheidenen Pot von 8.500 Dollar begnügen.

Das dürfte für ihn umso bitterer gewesen sein, da er den Royal Flush direkt floppte und einer seiner Gegner, John Juanda, am Ende immerhin Trips hatte. Es hat schon etwas Tragisches, wie der Meister des Hohn und Spotts am Ende der Hand aussieht, als hätte er sein Auto oder sein Haus verloren.

Ein glücklicher Spieler jedenfalls sieht anders aus…


 

Der Blackout des Jan von Halle

janvonhalle pokerfirma
Jan von Halle; Photo: pokerfirma.
 

Noch bitterer als Tony G erging es bei seinem Royal Flush dem Hamburger Jan von Halle. Direkt beim ersten Turnier der WSOP 2008 „übersah“ er diesen gegen Kathy Liebert und musste anschließend den ätzenden Spott der gesamten Pokerszene über sich ergehen lassen.

Was war geschehen? Dank J T traf Halle den Flop mit A K Q definitiv perfekt, hatte aber die Farbe seiner Hand vergessen und nur begriffen, dass er eine Straight erwischt hatte.

So kam es, dass die Hand durchgecheckt wurde und sich beim Showdown nicht nur die Spieler am Tisch die Augen aus dem Kopf staunten.

Eigentlich zieht das Behind-Checken der Nuts auf dem River eine Strafe nach sich, doch war im Fall Halle/Liebert ein Kollusionsverdacht dem Schiedsrichter allzu abwegig, oder er dachte sich, Halle wäre schon genug gestraft.

Halle selbst gab später an, dass er sich nicht mehr an die Farbe seiner Hand erinnern konnte und wegen Überlegungen im Bereich der Metaebene auf einen zweiten Blick verzichtet hätte. Oje.

 

Alles normal bei Chris Moneymaker

Schauen wir uns nun an, wie der Weltmeister des Jahres 2003 und Begründer des weltweiten Pokerbooms einen Royal Flush bastelt. Bei der NAPT 2010 brachte Chris Moneymaker mit A K seinen Stack verständlicherweise schon vor dem Flop komplett gegen Jason Merciers K K unter und verschwand dann merkwürdigerweise hinter der Bühne.

Den dramaturgisch perfekt aufbereiteten Rest können sie sich im Video anschauen – abgesehen vom Royal Flush ist diese Hand fast so etwas wie Standard.


 

Schiesser-Feinripp mit Volltreffer

Beschließen wir unsere kleine Rundreise durch die Welt des Royal Flush mit einer absoluten Preziose. Gespielt wird das Main Event der WSOP 2008 und wir machen Bekanntschaft mit einem Mann, der auf den Namen Justin Phillips hört und bislang keine nennenswerte Beiträge zur Pokergeschichte geleistet hat.

Hier aber passt alles. Schon sein Schiesser-Feinripp-Unterhemd in bester Fernfahrermanier wäre die 1:30 Sendezeit der amerikanischen Kollegen von ESPN wert gewesen, doch es kam noch besser. Wie sich Phillips Unschuldsmiene vor dem gegnerischen All-In in Sekundenschnelle in ein erstauntes „Wow“ verwandelt, ist schlicht ein Royal-Flush-Moment der Pokergeschichte.


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