The Hand

Robert Przygoda – ein Amateur gegen die Weltelite

Von: Rainer Vollmar
23 Februar 2013
Geposted in: The Hand
Robert Przygoda

Lange Zeit eher unauffällig bei der WPT Baden war ein Spieler, der schließlich am inoffiziellen Finaltisch saß. Dass Robert Przygoda Fan von Borussia Dortmund ist, ist nicht schwer zu erraten.

Er trägt einen Hoodie mit der gelbschwarzen Aufschrift „Dortmund“, darunter steht die Titelzeile des klassischen Fangesangs „You’ll never walk alone“. Das mag in der Fankurve stimmen, doch beim Pokerturnier sieht die Sache etwas anders aus.

Ganz allein hat Przygoda sich in diesem Feld behauptet und dabei lange Zeit als Short Stack operiert. Erst ein böser Suckout gegen Michael Csango brachte ihn so richtig ins Geschäft zurück.

Mit J 9 hebelte er mit einer Straight die Könige seines österreichischen Widersachers aus und arbeitete sich anschließend sogar auf Platz 4 des Chipcounts vor.

Qualifiziert für die WPT Baden hat sich der Student der Elektrotechnik auf PartyPoker mit einem Einsatz von 38 Dollar, nun sitzt er inmitten der Weltelite.

„Zunächst habe ich mich für das Finalturnier qualifiziert, und dann war ich einer der vier Spieler, die dort das WPT-Package gewonnen haben.“

„Die ersten drei Tage hier waren beschwerlich, da ich nie einen guten Stack hatte. Heute hatte ich zum ersten Mal eine Ausgangslage, in der ich auch Druck machen konnte.“

Nur selten hat Przygoda bislang ein Turnier solchen Ausmaßes bestritten und ist entsprechend auch nicht frei von einer gewissen Aufregung. „Ja, ich bin schon ein bisschen nervös, und wenn man so wie ich heute vor Beginn von Tag 4 nur 14 Big Blinds hat, kann man auch nicht viele Hände spielen.“

Die Frage, ob er mit dem Erreichen des inoffiziellen Finaltischs (offiziell ist dieser bei der WPT erst bei sechs verbliebenen Spielern erreicht) zufrieden sei, quittiert Przygoda mit erfreulicher Unbescheidenheit.

„Jetzt bin ich schon so weit, jetzt will ich das Ding auch gewinnen.“ Ein Spiel auf die nächste Preisgeldstufe kommt also nicht infrage. „Natürlich habe ich ein Auge auf die Preisgeldstruktur, aber wenn ich mich vorne sehe, werde ich es auf jeden Fall auch probieren.“

Ein Sprung ins Pokerprofilager hätte für Robert Przygoda aber selbst im Falle eines Sieges in Baden und dem damit verbundenen Preisgeld von 185.000 Dollar nicht angestanden.

„185.000 Dollar sind sicher eine Menge Geld, aber um ins Profigeschäft zu wechseln, reicht mir das noch nicht aus.

Da braucht man schon eine deutlich größere Bankroll, um regelmäßig Turniere oder auch Cashgame zu spielen.

Wenn irgendwann die Möglichkeit da ist, vielleicht ja, aber ich bin auch nicht so fixiert darauf, dieses Ziel zu erreichen.“

So wird Poker für Robert Przygoda vermutlich vor allem ein schönes Hobby bleiben. Bei der WPT Baden reichte es am Ende für Platz 8, 23.000 Euro Preisgeld und seinen zweiten Eintrag im HendonMob.

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