EPT San Remo Tag 5 – Mr. Bojang(les), dance!

EPT San Remo last three tables
Die letzten drei Tische im Theatersaal des Casino San Remo.

Acht Spieler aus acht Ländern haben den Final Table erreicht, darunter Ismael Bojang aus Deutschland. Chipleader ist der Kanadier Jason Lavallee.

Eines der faszinierendsten Elemente von Poker ist, dass es Unterschiede überwindet und alle Spieler m Tisch gleich sind. Wie das aussehen kann, sehen wir hier am finaltisch der EPT San Remo.

Internationales Flair. Zwei Nordamerikaner und sechs Europäer unterschiedlicher Herkunft messen sich morgen im Kampf um den Titel der italienischen EPT 2012.

Gleich zu Beginn des Tages wurden zwei mächtige Hände gespielt, die den Chipcount ordentlich durcheinander warfen und für das überraschende Aus des lange Zeit Führenden Inge Forsmo sorgten.

Zunächst floppte der Norweger ein Set Vieren gegen die Pocket Siebenen von Micah Raskin. Zwei Millionen Chips lagen in der Tischmitte, Raskin erhob sich und hatte den Turniersaal schon beinahe verlassen, als eine weitere Sieben auf dem River erschien.

Kurz danach eröffnete Forsmo und bezahlte dann ein Re-Raise von Jason Lavallee aus Kanada. Auf dem Flop 5 4 6 bezahlte Forsmo eine 200k Bet, und auf dem Turn 9 ging Lavallee all-in. Er hielt Pocket Damen.

ismael bojang
Ismael Bojang, Photo: Neil Stoddart.

Forsmo bezahlte ohne langes Zögern seine letzen 810.000 Chips mit … A T, also mit Ass hoch. Der Kanadier untersuchte das Board genau, falls er etwas übersehen haben sollte, konnte aber weder Draws noch sonst etwas finden, das diesen Call erklären konnte.

Mit leichtem Kopfschütteln lehnte er sich zurück, auf dem River fiel die 9, und Forsmo war plötzlich ausgeschieden. Jason Lavallee stieg auf 2,8 Mio. Chips, und es sollte noch besser kommen.

Der nächste Pot über zwei Millionen Chips ging an Ludovic Lacay, Leidtragender war der ehemalige Chipleader Jason Tompkins.

Tompkins hatte aus dem Big Blind erhöht und sah dann gemeinsam mit Lacay einen Flop 3 2 5. Tompkins feuerte eine weitere Bet ab. Call. Turn. T. Check Check. Auf dem River fiel die Q.

Tompkins setzte groß an mit 244.000 Chips, aber Lacay war unbeeindruckt. Er erhöhte auf 600.000. Tompkins rang sich nach einigen Minuten zu einem Call durch, musste dann aber erkennen, dass der Franzose mit A 4 die Straight gefloppt hatte. Tompkins fiel vorübergehend auf unter eine Million Chips.

Lavallee dagegen nahm danach gleich zwei Spieler nacheinander vom Tisch, und in beiden Fällen mit der exakt gleichen Hand: Full House Könige voller Zweien. Lavallee hielt jeweils Pocket Kings und der Flop fiel zweimal K-2-2.

Zum Opfer fielen diesem Doppelschlag Negjdel Avdylaj und Thomas Gabriel.

Ismael Bojang, der letzte Spieler mit deutschem Pass, nahm zunächst Jewgeni Timoshenko vom Tisch (A-K gegen T-T, Board Q-J-9 – T – Q), den wir gestern ja noch zum engeren Favoritenkreis gezählt hatten, und später auch den Autor und Medienmann Matt Salsberg (A-J gegen T-7), der nun nach Los Angeles zurückkehrt, um eine neue Fernsehserie aus der Pokerwelt für die Pokerwelt zu produzieren.

Bojang ist erklärter Live-Spezialist, gleichermaßen für Turniere und für Cash Games. Allerdings ist ihm bisher kein großer Wurf bei Turnieren gelungen.

Seine $400k Gewinnprämien setzen sich aus kleineren Summen zusammen, die er in Side Events oder kleineren Veranstaltungen erspielt hat. Immerhin war er im vergangenen Sommer vier Mal in den Geldrängen von WSOP-Events vertreten.

Jetzt aber geht es um das große Geld. Jeder Spieler hat bereits €65k sicher, der Gewinner erhält die Kleinigkeit von €800.000.

Zur Dinner Break war das Feld bereits auf zehn Spieler geschrumpft, nachdem Ludovic Lacay mit A-J Carmelo Vastas Damen geknackt hatte: Board A-K-J – A – T.

Als sich die Spieler wieder versammelt hatten, dauerte es gerade mal eine Stunde, bis die letzten beiden feststanden, die den Finaltisch leider verpassten. Es waren zwei der letzten drei Italiener, sodass auch die Hausherren nur mit einem Spieler am Final Table vertreten sind.

Jason Lavallee
Chipleader Jason Lavallee; Photo: Neil Stoddard.

Ludovic Lacay entließ Charly Marracchione (8-8 gg. A-7), und Angelo Recchia gewann den letzten Coin Flip des Tages gegen Amerigo Santoro (T-T gg. A-Q). Damit war Santoros Turnier und der Spieltag beendet.

Das Finale wird wieder bei PokerStars.tv übertragen. Der Spielbeginn ist auf 15 Uhr angesetzt.

Chipcount vor dem Finale:

1. Jason Lavallee, Kanada, 5.454.000
2. Ludovic Lacay, Frankreich, 5.360.000
3. Jason Tompkins, Irland, 3.605.000
4. Angelo Recchia, Italien, 2.845.000
5. Adrian Pasecki, Polen, 2.400.000
6. Ismael Bojang, Deutschland, 1.755.000
7. Micah Raskin, USA, 1.550.000
8. Artem Litvinov, Russland, 800.000

PS: Ach ja, den Spitznamen „Bojangles“ haben wir sozusagen erfunden. In Anlehnung an einen großen Song und einen großen Künstler.

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