EPT Wien – Der Führer, die Hochburg und die unglaublichste Geschichte

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31 März 2014, Von: Dirk Oetzmann
Geposted in: PokerZeit Blog
EPT Wien – Der Führer, die Hochburg und die unglaublichste Geschichte

Ich glaub ich hab‘ Stendhal

Das Stendhal-Syndrom lässt Leute im Angesicht eines Übermaßes an architektonischen Meisterwerken hysterisch werden.

Angeblich ist Florenz dafür prädestiniert, aber auch Wien könnte mit seinen endlosen Reihen von Prachtbauten diese Wirkung erzielen.

Vielleicht kommen unsere plötzlichen Lachanfälle aber auch durch Schlafmangel zustande, dadurch, dass der Kollege Henkel uns die einzige Stadt der DDR mit drei „O“ vorgestellt hat (Korl-Morx-Stodt) oder dadurch dass der Kollege Knossalla bei einem seiner Videobeiträge fröhlich verkündete, dass Chipleader Ghamrawi als „Führer“ ins Finale geht.

Kann mal schon mal machen, wenn ein Österreicher in Österreich am Heldenplatz Geschichte schreibt.

Derselbe Kollege war es auch, der eine geradezu unheimliche Ähnlichkeit zwischen dem Main Event Finalisten Koroshenin und einer gewissen Figur des Simpsons-Universums festgestellt hat.

In einer so intensiven Woche kommt es zwangsläufig auch zu Fehlern bei  uns.

burns
Nicht Koroshenin!

So erklärten wir die Hofburg im einen oder anderen Artikel zur Hochburg und Sam Trickett zum „erfolgreichsten europäischen Spieler Europas“ – und zwar ganz Europas, wie ich hier nochmal anmerken möchte.

Für diese und alle anderen Tippfehler bitten wir um Nachsicht.

Caramba, Karacho, Zanoni

Dass es in der Hofburg spukt, haben wir Ihnen ja bereits erzählt. Der Name, der im Lauf der Woche immer wieder durch die Reihen geisterte, lautet Peter Zanoni.

Zunächst war er im Umfeld der High Stakes Cash Game Partie zu hören, die im Hotel Sanssouci stattfand und irgendwann empfindlich gestört wurde, obwohl von der Finanzpolizei geprüft und mit Namen wir Jedlicka, Trickett und Jachtmann top besetzt.

Darüber schrieb der Kollege Schrage eine seiner humorvollen Kolumnen. Problematisch war daran, dass darin er eine Angestellte der Hofburgkantine beleidigt haben soll.

Eine konstruierte Beschuldigung, die jeglicher Grundlage entbehrt, vor allem, wenn man die flapsige, aber nie ehrenrührige Schreibe des Wiener Pokerkolumnisten schlechthin kennt.

Es folgten Entschuldigungen, Drohungen, Entlassungen und schließlich Aussprachen, nach der sich der Sturm im Wasserglas verflüchtigte wie der Blaue Geist der Hofburg.

Hans im Glück oder Die unglaublichste Geschichte

Alle Pokerspieler lügen. Das wussten Sie sicher schon. Mindestens die Hälfte sogar der Bad-Beat-Storys, die Sie sowieso nicht hören wollten, haben sich so wie erzählt gar nicht zugetragen.

Sie sind geschönt, einige kleine, aber bedeutsame Details wurden ausgelassen oder Ähnliches.

Da können Sie sich sicher meine Skepsis vorstellen, wenn mir jemand erzählt, dass er bei PokerStars nur einmal Geld eingezahlt hat und dann nie wieder. Schon tausend Mal gehört, stimmt fast nie.

hans
Tja, Pech in der Liebe.

Hellhörig macht mich aber, wenn der Erzähler mir nicht seinen ganzen Namen nennen will. Das macht keiner, der nur angibt. Halten Sie das folgende also für ein Märchen, wenn Sie wollen.

Es war einmal Gerhard aus dem Burgenland, und wir schreiben das Jahr 2009.

Gerhard lernte Online-Poker kennen, als er bei den Irish Open in Dublin weilte. Sein Freund und Zimmerkollege spielte damals, weil es draußen regnete. Na ja, Irland.

Zurück in Österreich erwarb Gerhard flugs einen tragbaren Computer, ließ sich die Pokersoftware installieren, zahlte $600 ein – in der Hoffnung auf ein bisschen Bonus – und kaufte sich des Sonntag Abends in die Sunday Million ein.

Gegen vier Uhr morgens musste er verwundert feststellen, dass es nur noch einen einzigen Tisch in diesem Turnier gab und er an diesem saß. Eine halbe Stunde später saß sogar nur noch er am Tisch und bekam rund $150.000 überwiesen. Stimmt das oder nicht? X-Factor, übernehmen Sie.

Einige Monate später kam unser Held nach Wien und kehrte im dortigen Casino in der Fußgängerzone ein, um sich beim Cash Game ein wenig Zeit zu vertreiben.

Da nur ein Tisch bespielt wurde und dieser vollständig besetzt war, setzte er sich vorübergehend an eine Slotmaschine und stellte auf „höchste Spielstufe“.

Sieben Runden und 21 Euro später stoppten die Walzen des Geräts bei 7 – 7 – 7 – 7 – 7. Eine Glocke ertönte, ein sich drehendes Licht erleuchtete, und unser Held hatte den Jackpot geknackt.

Nicht den des Casinos in Wien, den der kompletten Casinokette von Bregenz bis Seefeld und Innsbruck. Gewinnsumme: etwas mehr als eine Million Euro.

„Wäre alles nicht passiert, wenn mich die anderen beim Cash Game mitspielen lassen hätten“, sagt unser Held. „Das Casino hat mir ein paar Monate später übrigens den Automaten geschenkt. Hängt jetzt bei mir im Wohnzimmer.“

Nett von dem Casino, ihn das Gerät nach Hause zu liefern. Er hätte es natürlich auch mit dem Auto abholen können, das er mal bei einer Tombola gewonnen hat.

„Warum klebt dir das Glück so an den Füßen, Gerhard?“, frage ich. „ Na ja“, sagt unser Held. „Pech in der Liebe. Ich bin zweimal geschieden.“

Und das, liebe Leser, kann man sich nun wirklich nicht ausdenken.

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