888 sperrt suchtgefährdeten Spieler

spielsucht2

Hinweise der Pokerräume auf „problematisches Spielverhalten“ werden von Spielern oft als scheinheilig bezeichnet. 888poker zeigt, dass man das Problem dort ernst nimmt.

Wie die Website Pokerfuse berichtet, genügten dem Online-Anbieter 888poker ein paar Hinweise in einer Email, um einen Spieler vorerst aus dem Verkehr zu ziehen und damit vor sich selbst zu schützen.

Der Spieler hatte nach einer verlustreichen Session den Support kontaktiert und sich darüber beschwert, wie übel ihm einmal mehr mitgespielt worden war, und dass er nun einen finanziellen Engpass überstehen müsse, und das alles nur wegen des Angebots von 888poker.

Einer der Supportmitarbeiter vermutete zunächst einen Scherz, als er diese Zeilen las:

„Ich spielte, weil ich wusste, dass ich eigentlich gewinnen muss […] Wie soll ich jetzt meine Kinder ernähren? Meine Frau? Meine Haustiere?“

In der Antwort bekam der Spieler nun u. A. folgendes zu lesen:

„Anmerkungen wie diese lassen die Tendenz vermuten, dass Sie Verlusten nachlaufen. Dieses Verhalten kann zu weiteren Verlusten führen und könnte ein Hinweis darauf sein, dass bei Ihnen eine beginnende Spielsucht vorliegt und Sie dadurch finanzielle Problem bekommen, wenn Sie unser Angebot nutzen [...] Wir halten es für das beste, Ihren Account bei uns dauerhaft zu schließen. Diese Entscheidung wurde in Ihrem Interesse getroffen, und ich möchte Sie darum bitten, sich genau zu überlegen, ob Sie in Zukunft weiterhin spielen möchten und ob Gambling in Ihrem Leben einen angemessenen Platz finden kann."

Jeder Online-Pokerraum bietet in seiner Lobby bzw. auf seiner Website Informationen über „verantwortungsvolles Spielen“ an. Spieler sehen dies häufig nur als Alibifunktion an, die nur deshalb existiere, weil dies gesetzlich vorgegeben ist.

Tatsächlich ist das Thema jedoch für die Internet-Anbieter jederzeit aktuell, schließlich will man Situationen vermeiden, in denen Spielsüchtige die Casinos verklagen, weil sie nicht gesperrt wurden. Live-Casinos hatten schon mehrfach mit Prozessen dieser Art zu kämpfen.

Erst im Dezember hatte ein Franzose gegen seine eigene Regierung geklagt, weil ihm als bekennendem Spielsüchtigen der Zugang zu Online-Pokerräumen nicht verwehrt worden war.

„Als Unternehmen, das aktiv für verantwortungsvolles Spielen eintritt, ist es unsere Pflicht, nach Möglichkeit zu verhindern, dass unsere Mitglieder in persönliche oder finanzielle Schwierigkeiten geraten, weil sie unsere Dienste nutzen“, kommentierte ein Sprecher von 888 Holdings.

Der erst 18-jährige Spieler versuchte später, seine Email als schlechten Scherz darzustellen und bat um Aufhebung der Sperre. 888poker lehnte dies ab,

Bitte füllen Sie die erforderlichen Felder korrekt aus.

Es ist ein Fehler aufgetreten!

Sie müssen drei Minuten warten, bevor sie einen weiteren Kommentar abgeben können.

Noch keine Kommentare