888 im Aufschwung

888poker

In der Post-Black-Friday-Ära schälen sich langsam Gewinner heraus. Langfristige Konzepte beginnen nun, sich auszuzahlen.

Konkurrenz, sagt man ja, belebt das Geschäft, und in der Prokerbranche zeigt sich das dieser Tage besonders deutlich.

PartyPoker ist nach Jahren wieder der zweitgrößte Online-Pokerraum der Welt, Everest Poker hat mit 62% innerhalb von zwei Monaten die höchsten Spielerzuwächse erzielt. Allerdings liegt PartyPoker fast gleichauf mit der Konkurrenz, und Everest kann mit seiner kleineren Spielerbasis leichter eindrucksvolle prozentuale Zuwächse erzielen.

Mit 888poker erhebt nun ein neuer Anwärter Anspruch auf einen Platz in der obersten Etage der Online-Pokerbranche.

Das in GB ansässige Unternehmen veröffentlichte kürzlich seine neuesten Geschäftszahlen. Die Revenues stiegen im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 29% auf nun $79 Mio. an.


888-team
Von Leo Margets (ganz links) bis Padraig Parkinson (ganz rechts) - vielseitiges Team von Repräsentanten.

Einen entscheidenden Beitrag lieferten dafür die Entwicklungen in den Bereichen Poker und Casino. Der Pokerraum verzeichnet in den letzten zwölf Monaten eine Steigerung der Einnahmen um satte 58%. Die Zahl der regelmäßig aktiven Spieler ist im gleichen Zeitraum um 90% auf 231.000 gestiegen.

Gleichzeitig sanken allerdings die Einnahmen pro Spieler um 32%. Bei den Casinospielern schrumpften die Einnahmen um 43%, bei den Pokerspielern dagegen nur um 18%.

Der Trend, der sich hier abzeichnet, wurde durch den Schwarzen Freitag und das Full-Tilt-Problem noch verstärkt: Spieler melden sich heute nicht mehr nur bei einem Pokerraum an und blieben diesem treu. Vielmehr verteilen sie ihre Gelder, ihre Zeit – und letztlich auch das Risiko – auf mehrere Anbieter.

Da auch der unumstrittene Marktführer PokerStars ins Visier des FBI geraten ist, wurden die „kleineren“ Anbieter gerade für europäische Spieler immer interessanter. 888poker scheint sich nun als einer der großen Gewinner herauszukristallisieren.

Der Pokerraum hat sich schon vor einigen Monaten mit der neu entwickelten Software Poker 6 stark engagiert gezeigt. Daneben wurde ein starkes Promotions-Programm aufgelegt, das sich dadurch auszeichnet, dass man sich z. B. für Live-Events stark macht, die von anderen Anbietern kaum beachtet werden, etwa die europäischen WPT-Events wie im September in Paris, die Austrian Spring Poker Challenge oder die hauseigene Live-Serie mit niedrigen Buy-ins, aber Turnieren an so attraktiven Orten wie London und Melbourne.

Hinzu kommt eine geschickte Aufstellung von höchst unterschiedlichen, internationalen Profis und Repräsentanten wie Cricket-Star Shane Warne aus Australien, dem irischen WSOP-Finalisten Padraig Parkinson mit Wohnsitz Paris, „Last Woman Standing“ Leo Margets und zuletzt Fußballstars wie Bojan und seit Neuestem auch Ex-Nationaltorhüter Santiago Canizares.


Caesars Palace Las Vegas
Caesars - mächtiger Partner nicht nur in Las Vegas.

Die Früchte des Engagements sind inzwischen unübersehbar: In Italien erhält das 888 Casino derzeit eine der wenigen begehrten offiziellen Lizenzen.

Schon im März 2011 hatte 888 mit dem größten Gambling-Konzern der Welt Caesars Entertainment eine Kooperation begonnen. Inzwischen befindet man sich in Verhandlungen darüber, in den USA Online-Poker anzubieten, sobald eine staatliche Regulierung beschlossen und damit eine rechtlich unbedenkliche Grundlage geschaffen wird.

Die Lizenz zum Vertrieb der Software in Nevada hatte 888 bereits 2009 beantragt und erhalten.

Danach wird 888 seine Software bereitstellen, die dann in den Casinos von Caesars angeboten wird. Damit könnten Spieler in Live-Casinos am Automat pokern und nicht nur um Geld spielen, sondern beispielsweise auch um Tickets für die Turniere, die ständig in den Casinos angeboten werden. Auf der anderen Seite wäre die Marke 888 ständig in den Gebäuden des Gambling-Giganten präsent.

Eine echte Win-Win-Situation, zumal Caesars nicht nur in Las Vegas eine Größe ist, sondern auch Dependancen in Louisiana, Atlantic City, Lake Tahoe, New Orleans und Tunica besitzt. Zu der Gruppe Caesars Entertainment gehören u. A. Harrah's, Horseshoe, Planet Hollywood, das Rio Bellagio und das Paris.

Außerdem könnte hier ein Gegengewicht zu dem mächtigen Tandem Wynn-PokerStars entstehen.

Die Gespräche befinden sich laut Brian Mattingley, Deputy Chairman bei 888, in einer „fortgeschrittenen Phase“, eine Entscheidung soll spätestens im Herbst fallen.

Mitten in der Phase des Heulens und Zähneklapperns, die mit dem Schwarzen Freitag begann, sieht Mattingley die nähere Zukunft des 888-Geschäfts so:

„Obwohl das zweite Halbjahr mit den Sommermonaten saisonal bedingt das schwächere ist, und trotz der verstärkten Investitionen, die wir getätigt haben, sind wir zuversichtlich, dass wir angesichts unserer momentanen Position zum Endes des Jahres eine Bilanz vorweisen können, die Erwartungen des Markts zumindest marginal übertrifft.“

Konkurrenz, sagt man ja, belebt das Geschäft.

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