6 Ways 2 Poker (5/7): Sachpreis-Turniere

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22 Dezember 2009, Von: The Brain
Geposted in: Blog
6 Ways 2 Poker (5/7): Sachpreis-Turniere
Viele Pokerspieler haben ihre ersten Livepoker-Erfahrungen nicht in Casinos oder Pokerclubs, sondern in Poker-Communities gemacht, auf deren Turnieren Sachpreise ausgespielt werden. Noch vor etwa einem Jahr gab es so viele Anbieter, dass man als Spieler die Qual der Wahl hatte.

GPPA, PPNG, Time2Poker, FoP, Ruhrpottpoker, Pokerbundesliga - um nur einige zu nennen. Man konnte in wechselnden Locations um Pokale, Ranglistenpunkte, Pokerreisen und teilweise hochwertige elektronische Geräte spielen.

Ich behaupte, dass einige Spieler mehr Zeit in der Community, als im Kreis der eigenen Familie verbracht haben. Man kannte sich, mochte sich, hatte dieselben Interessen, sprach dieselbe Sprache.

Beim Season-Final der großen Anbieter wurde auch schon mal ein Kleinwagen oder ein EPT-Startticket ausgespielt. Aus mehreren Gründen haben einige Anbieter den Spielbetrieb inzwischen eingestellt. Dazu gehörten meiner Meinung nach Futterneid, Spielerschwund, verunsichernde Gerichtsurteile, Verunglimpfungskampagnen (Dame Pik wird Insidern ein Begriff sein), höhere Betriebskosten durch Forderungen einiger Gastwirte, Misswirtschaft, aber auch (und nicht zuletzt) Kosten-/Nutzenanalysen vieler Spieler. Zu den Startgeldern kommen ja noch die Kosten für Anfahrt und Verzehr hinzu.

Soll ich für 10 oder 15 € um einen „beleuchteten Toaster" spielen oder das Geld lieber ins Casino tragen oder beim Online-Poker riskieren in der Hoffnung, einen Cash-Gewinn zu erhalten? Das entscheidet jeder allein für sich.

3 Typen von SPP-Spielern glaube ich zu kennen: „nur", „auch" und „nie wieder".

Ich selbst habe mich sehr wohl gefühlt bei den meisten Anbietern, bevor ich dem Sachpreispoker den Rücken kehrte. Unterhalte ich mich heute in Casinos oder Clubs mit Spielern aus der Sachpreis-Zeit, blicken wir etwas wehmütig zurück auf die Anfänge unserer „Pokerkarrieren".

Beschränkungen der Ordnungs- und Gewerbeaufsichtsämter erschweren den wenigen verbliebenen Anbietern das Ausrichten attraktiver Turniere. Bis auf wenige Ausnahmen gilt die Höchstgrenze von 15 € als Buy-In. Rebuy- und Add-On-Turniere sind untersagt, die Preise müssen gesponsert sein und dürfen nicht aus den Startgeldern finanziert werden. In Bayern darf der Hauptpreis gar den Wert von 60 € nicht überschreiten.

Sollte ich heute noch einmal vor der Wahl stehen, für welchen SPP-Veranstalter ich mich entscheide, würde ich schwanken zwischen pokerwildleague.de im Raum Bielefeld oder Time2Poker.de in Gütersloh. Gütersloh ist näher, die Location gut und vom EPT-Zweiten Andreas „Andy" Gülünay kann man jederzeit einen kostenlosen und kompetenten Rat einholen.

Ohne eine sehr enge Kundenbindung (z. B. persönliche Betreuung und Ansprache, gemeinsame Pokerreisen, Shirts und Hemden mit dem Veranstalterlogo, interessante Events, hochpreisige Serienfinale) wird meines Erachtens auf Dauer kein SPP-Veranstalter existieren können. Jammerschade, dass hierzulande der Amtsschimmel wiehert und Poker anders als in vielen Ländern weltweit, nicht als Sport anerkannt ist.

Jede Möglichkeit, pokern zu können, ist aus meiner Sicht eindeutig eine Bereicherung des Pokersports!

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Dominic 2009-12-29 22:42:45

Haha der Toaster ist echt der Hammer! :D
Um den würd' ich sofort spielen, und ansonsten irgendwo online kaufen. Echt geil das Ding, vor allem: BELEUCHTET! :D

Onkel 2009-12-23 10:04:30

Hurra,
ich denke, die Locations, in denen PWL-Turniere stattfinden, sind ALLESAMT TOP (es wird ja nicht ausschließlich in der WG gespielt)! Man ist überall sehr freundlich, Getränke und Speisen sind preiswert und super, Atmosphäre einfach stark.
Ganz zu schweigen von der tollen Poker-Ausrüstung!
Die als "Deepstack" gekennzeichneten MTT dauern dann tatsächlich auch mal bis 1.00 Uhr. Aber ein MTT, welches nur 3 Std dauern würde, wäre ja auch irgendwie kein Deepstack-MTT...

Grüße aus der Leineweberstadt,
und ein Frohes Fest,
Onkel

Kastenweißbrot 2009-12-22 23:45:42

Ich möchte den Toaster kaufen.
Der passt gut in meine quitschgelbe Küche.
Ist er denn auch wirklich beleuchtet? :)

The Brain 2009-12-22 23:34:59

Danke für die aktuellen Informationen.
Ich selbst spiele nur noch zu Recherche-Zwecken bei Sachpreis-Communities.
Auch ich war angenehm überrascht vom Startstake und habe mich bei der PWL auf
Anhieb sehr wohl gefühlt. Manche PWL'er
treffe ich gelegentlich auch in Clubs oder Casinos.

Ich 2009-12-22 20:06:07

time2poker wurde doch einen neuen Betreiber. Ferner gibt es dort für 10,00 € nur einen Stack von 1500. Die Mitspieler spielen dort sehr aggressiv. In Bielefeld musst du dafür immer viel Zeit mitbringen. Es ist keine Seltenheit, dass ein Turnier in der Woche erst nach 1:00 Uhr zu Ende geht. Ferner sind dort immer sehr viele Spieler am Start. Mal gute und mal schlechte. Was in Bielefeld stark Verbesserungswürdig ist, ist die Location WG. Aber mal schauen, was da noch so geht. Bis dahin werde ich mich aber weiter dem Casino´s widmen oder Online zocken!

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