6 Ways 2 Poker (4/7): Poker-Clubs

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17 Dezember 2009, Von: The Brain
Geposted in: Blog
6 Ways 2 Poker (4/7): Poker-Clubs
Diese Clubs gibt es in fast jeder Stadt mit mindestens 50.000 Einwohnern, oft auch in kleineren Orten. In Städten mit mehr als 200.000 Einwohnern findet man meist gleich mehrere dieser Spielstätten, die sich in einer rechtlichen Grauzone bewegen.

Einige sind eingetragene Vereine, andere gewerbliche Betriebe, die wenigsten bei den Behörden überhaupt nicht registriert. Wo Nachfrage existiert, wird es auch immer ein Angebot, sprich: einen Anbieter geben. Beliebt sind diese Clubs aus mehreren Gründen: Sie liegen quasi vor der eigenen Haustür, weite Anreisen zu den Casinos entfallen also. Es wird kein Eintritt verlangt. Die Getränkepreise sind äußerst moderat.

Kleiderordnung? Nö. Freeze-Out und Re-Buy Turniere für jeden Geldbeutel, fast an jedem Wochentag. Teilweise hundertprozentige Ausschüttung der Startgelder, teilweise Erhebung einer Entry-Fee von zehn Prozent zur Deckung der Kosten. Gelegentlich Einbehaltung eines kleinen Teils des Preispools zur vierteljährlichen Ausschüttung bei einem Freeroll-Turnier, für das man sich über gute Platzierungen qualifizieren muss.

Raucherlaubnis am Tisch in dem einen, Raucherlaubnis in drei Metern Entfernung vom Tisch im anderen Club. Snacks erhältlich überall, kostenloses, warmes Buffet in einem ‚meiner' Lieblingsclubs.

Freundlicher, schneller Service, kompetente Floormen, ausgezeichnete Dealer, gute sanitäre Anlagen, Parkmöglichkeiten in unmittelbarer Nähe, persönliche Ansprache mit Namen, in „meinem" anderen Lieblingsclub sogar herzliche Gastfreundschaft, Turnierinfos per SMS, telefonische Reservierungsmöglichkeit. Gemütliche Sitzgruppen und Großbild-Fernseher laden zum Überbrücken von Wartezeiten ein. Keine starren Trinkgeldforderungen, alles auf rein freiwilliger Basis. Jetzt vergleicht mal die beschriebenen Gegebenheiten mit denen in den staatlich lizenzierten Casinos...

 

negreanu-priest Poker - multinational und transreligiös.

Die Gäste sind multikulturell, in meinen aber Augen zu 99% Deutsche, weil sie hier leben, arbeiten, der deutschen Sprache mächtig und trotz Bewahrung der eigenen kulturellen Identität eine Bereicherung für den Facettenreichtum unserer Gesellschaft sind.

Da spielt es keine Rolle, ob er einen nicht deutschen Background hat, er oder seine Eltern in einem anderen Land zur Welt gekommen sind. Ich kenne Juden, Moslems, Christen, Buddhisten, Hindi und Vertreter anderer Religionen. Spieler, die ihre Wurzeln in mehr als drei Dutzend Ländern haben und von denen ich hin und wieder in einer anderen Sprache das Wort „Danke" lerne. Auch solche Player, die einem Volk ohne eigenem Staatsgebiet angehören wie z. B.  Tamilen, Aramäer und Kurden.

Schwierig ist es für Jemanden, der neu in der Stadt ist, einen solchen Club zu finden. Aber Pokerspieler sind fast ausnahmslos pfiffige Kerle und wissen sich zu helfen. Schwieriger ist es da oft, sich einen seriösen Club empfehlen oder sich dort einführen zu lassen. Bislang habe ich nämlich nur über solche berichtet. Es gibt jedoch auch andere, Abzockerclubs.

Ich kenne zwar welche, war jedoch noch nirgends Opfer, weil die Pokerszene fast wie eine große Familie ist und man vor entsprechenden Adressen gewarnt wird. Berichtet wird mir immer wieder von Etablissements dieser Art.

Himmelschreiende hygienische Zustände und/oder niedrige Ausschüttungsquote, abstoßendes Ambiente, aggressiver Umgangston, markierte Karten, Manipulationen beim Kartengeben, Teamplay gegen Neulinge,  Abweisung von Turnierinteressenten mit der Begründung: „Die Turnierplätze sind für unsere Gäste reserviert, die anschließend Cash-Game spielen!" usw.

Also: Augen auf, don't be a victim!

Obwohl es sich eigentlich von selbst versteht, sei es der Vollständigkeit halber erwähnt. Die Clubs sind keine Einrichtungen der paritätischen Wohlfahrtspflege: Natürlich werden nach den Turnieren Cash-Game-Tische aufgemacht.

NL-Holdem 1/2 über 2/4 (2/5) bis 5/10 bei 50 bis (100) 200 Buy-In sind die gebräuchlichsten Varianten. Am Rake verdient der Club und das muss er auch. Wovon sollten sonst die immensen Kosten für Miete, Strom, Dealer, Equipement etc. bezahlt werden. Eingefleischte Cashgamer kommen ohnehin erst später und nicht bereits zu Turnierbeginn.

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Sri Kulkarni 2009-12-18 22:34:24

Ich bin der in Deutschland geborene Sohn
indischer Eltern. Meine ethnische Herkunft ist optisch offensichtlich. Obwohl ich akzentfrei Deutsch spreche und einen Hochschulabschluß besitze, leide ich schon unter dem Verhalten mancher Deutschen mir
gegenüber. Das ist zwar die Minderheit, aber
trotzdem freue ich mich, wie hier bei den Kommentaren Leute mit einem Gedankengut wie Rainer in ihre Schranken gewiesen werden. Das ist Zivilcourage, Weltoffenheit und macht mir Mut. Danke im Namen vieler
"Ausländer", die ähnliche Erfahrungen machen mussten!

Ben 2009-12-18 11:40:42

@ The Brain
Namen und Adressen hab ich auch nicht erwartet, aber vielleicht Tips, und die hab ich jetzt. Danke

The Brain 2009-12-18 10:51:34

@Rainer
Was Du denkst, ist Deine Sache (Die Gedanken sind frei) -
was Du öffentlich kund tust, ist fast schon
Volksverhetzung, zumindest eine pauschale
Verunglimpfung und Beleidigung.
Gehörst Du zu den ewig gestrigen oder hälst Dich gar für einen "Arier"? The german Verfassungsschutz is watching you! Bei allen Auslandsreisen bist Du der Ausländer!

@Ben
Aus offensichtlichen Gründen werden hier weder Namen noch Adressen genannt,
nicht einmal Städte. Such Dir in Essen oder OWL übers Netz doch einfach einmal einen Sachpreis-Pokeranbieter, geh zu einer Veranstaltung und frag die Spieler. Namen von Sachpreispoker-Communities findest Du hier im nächsten Beitrag (5/7).

Ben 2009-12-17 22:35:05

Ich komme ebenfalls aus Ostwestfalen, kann allerdings nirgends einen Club ausmachen, nicht einmal in meiner beruflichen Wahlheimat Essen, bzw. Ruhrgebiet. Auch Google spuckt keine befriedigenden Ergebnisse aus. Wo sollen die sein?

Und nen Kommentar zu Rainers Beitrag erspar ich mir einfach mal...

The Hand 2009-12-17 19:12:49

@Rainer

Der Begriff bedeutet übersetzt übrigens "Mensch" und schreibt sich auch im Plural nicht mit Doppel- "K".

Erste und letzte Warnung. Weitere Beiträge dieser Qualität werden kommentarlos gelöscht.

Kein Rainer 2009-12-17 18:02:05

Kanake = ein Angehöriger der indigenen Bevölkerung von Neukaledonien
und ich kann mir nicht vorstellen, dass die alle in Deutschland sind und pokern!

Rainer 2009-12-17 16:25:00

Deutsche? Das ich nicht lache. Kannakken sind
das.

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