50.000 US-Pokerspieler arbeitslos

Phil Galfond
Arbeitslos und ausreisewillig - Phil Galfond.

Durch die Nichtregulierung des US-Glücksspielmarktes entgehen dem Staatshaushalt nicht nur jährlich 4 Milliarden Dollar, sondern dem Binnenmarkt auch 32.000 neue Jobs. Dafür sind nach dem schwarzen Freitag über 50.000 US-Online-Pros de facto arbeitslos. Highroller Phil Galfond denkt deshalb darüber nach, sein Land für unbestimmte Zeit zu verlassen.

Der US-Industrie geht es auch vier Jahre nach Ausbruch der Finanzkrise nicht gut. Die Auslandsverschuldung liegt bei mittlerweile beängstigenden $14.3 Billionen. Bei einer zusätzlichen Arbeitslosenrate von 9.6% würde man erwarten, dass die US-Regierung ein paar kreative Schritte zur Heilung ihrer nationalen Ökonomie unternimmt.

Ein Report des US-Kongress hat nun festgestellt, dass dazu durchaus eine Regulierung des US-Glücksspielmarktes beitragen könnte. 42 Milliarden Dollar könnte die Erteilung von Lizenzen über einen Zeitraum von zehn Jahren  in die leeren Staatskassen spülen.

Eine Studie namens „H2 Gambling Capital“ stellte außerdem fest, dass nach einer Regulierung innerhalb von fünf Jahren über 32.000 neue Jobs entstehen würden. Doch während die US-Regierung vorsichtig ihre Optionen diesbezüglich abwägt, sind nach dem schwarzen Freitag geschätzte 50.000 US-Online Pros arbeitslos geworden.

Aber die amerikanischen Pokerspieler haben nicht nur ein Problem ihren Beruf auszuüben (und damit auch Geld in den US-Binnenmarkt zu bringen), sondern ebenso damit an ihre Deposits zu kommen.

Einer dieser Spieler, Michael D. (38) erklärte in einem Forum: „Momentan leiden die amerikanischen Gelegenheitsspieler mehr, als es PokerStars, FullTilt oder Ultimate Bet jemals könnten.  Das Department of Justice hat, glaube ich niemals bedacht, welche großen Auswirkungen ihre Vorgehensweise für eine große Masse normaler Bürger haben könnte.“

Während die Online-Poker Pros nach dem schwarzen Freitag also massive Probleme haben an ihr Geld zu kommen, geschweige denn ihrer Profession nachgehen zu können, wächst die Verschuldung der Vereinigten Staaten jeden Tag um 4 Milliarden Dollar.

Gemeldet hat sich gestern zum ersten Mal auch Highroller Phil Galfond, dessen Wort als Blogger in der Szene gewaltiges Gewicht hat. Er gab zu, dass auch er momentan nicht wüsste wohin die Resie für die US-Pokerspieler gehen wird. Er empfiehlt den Betroffenen, sofern sie es sich leisten könnten, ein oder zwei Monate auszuspannen oder vielleicht zu coachen bzw. etwas anderes Produktives“ zu machen.

Außerdem spielt Galfond mit dem Gedanken die USA kurzzeitig zu verlassen.  In seinen Worten klingt das so: „Vier bis sechs Monate nur zum Arbeiten zu verreisen und sonst nichts Anderes zu machen. Langfristig ist das sicher kein guter Plan, aber für einen kurzen Zeitraum nicht übel.“

Am Ende gab Galfond noch zwei entscheidende Tipps für seine Leidensgenossen:

1. Ihr solltet nicht unvorbereitet sein, wenn es zu einem negativen Ausgang kommt. Achtet auf Eure Ersparnisse und sucht Euch eine neue Arbeit, ganz gleich wie diese auch aussähe, wenn Ihr wüsstet, dass man in den USA in den nächsten sechs Jahren kein Onlinepoker spielen kann. Täuscht Ihr Euch und es ist in einem Jahr legal, ist dies deutlich besser als eine frühere Legalisierung anzunehmen und auf das Gegenteil nicht vorbereitet zu sein.

2. Aus meiner Sicht wird es vermutlich lange dauern, falls es überhaupt zu einer Legalisierung kommt (was ich vermute). Selbst wenn viele Regierungsmitglieder Internetpoker legalisieren wollen, wird es ein langsamer Prozess sein.

 


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