5 goldene Regeln um bessere Ergebnisse bei Turnieren zu erzielen

5 goldene Regeln um bessere Ergebnisse bei Turnieren zu erzielen

Mit Pokerturnieren lässt sich sehr viel Geld verdienen. Das man kein Genie sein muss, um bei Live- und Onlineturnieren erfolgreich zu sein, zeigt der folgende Strategieartikel, in dem wir euch 5 goldene Regeln verraten, wie ihr eure Ergebnisse bei Turnieren ganz einfach verbessern könnt.

Der Chefstratege von PokerOlymp, Arved Klöhn, hat im folgenden fünf goldene Regeln verfasst, mit deren Hilfe ihr auf relativ einfache Weise deutlich bessere Ergebnisse bei Turnieren erzielen werdet:

1. Spiele in den ersten Levels sehr tight

Der am weitesten verbreitete Anfängerfehler bei Pokerturnieren ist in den ersten Leveln zu viele Hände zu spielen.

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In den ersten Leveln eines Turniers gilt der Grundsatz: Tight is right!

Zwar sind die Stacks im Verhältnis zu den Blinds groß, aber nur weil man am Anfang viele Chips hat, heißt das noch lange nicht, dass man mit diesen verschwenderisch umgehen sollte. Besonders deshalb, weil große Stacks auch die Gefahr bergen große Fehler zu machen.

Deepstack Poker mit 100 Big Blinds oder mehr ist äußerst komplex und erfordert viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl.

Top Pair mit schlechtem Kicker solltest du gerade gegen mehrere Gegner dann sehr vorsichtig und auf keinen Fall überspielen. Du hast „nur“ ein Paar, was in Multiway-Pötten mit deepen Stacks nicht ausreicht, um einen großen Pot aufzubauen.

Darum solltest du Starthände wählen, die sich nach dem Flop vergleichsweise einfach spielen und die Möglichkeit bieten einen großen Pot zu gewinnen.

Folgende Starthände solltest du zu Beginn eines Turniers spielen:

  • Kleine Paare (Du floppst dein Set oder nicht)
  • Suited Asse und Suited Connectors (Du floppst eine Straight oder einen Flush, einen starken Draw oder nichts)
  • Hohe Paare (Du floppst ein Overpair oder eben nicht)
  • Ass-König (Du triffst Top Pair Top Kicker oder nicht) 

Bei den kleinen Paaren, Suited Aces und Suited Connectors solltest du darauf achten, dass du billig einen Flop sehen kannst und eine große Chance besteht, dass du auch ausgezahlt wirst, wenn du deine Hand machst. Dies ist besonders dann gegeben, wenn schon mehrere Spieler vor dir in den Pot eingestiegen sind.

Ansonsten solltest du in der frühen Phase sehr tight spielen und auf riskante Moves verzichten, denn ein verlorener Chip einem langfristig wesentlich mehr wehtut als ein gewonnener Chip!

Das ist auch der Grund, warum einige Pros am Anfang des Turniers noch gar nicht am Tisch sitzen und erst zu einem späteren Zeitpunkt einsteigen. Sie verpassen zwar die Möglichkeit ein paar Chips zu gewinnen, setzen ihren Stack dafür aber keinem Risiko aus. Außerdem ist ein guter Stack in der mittleren und vor allem in der späten Phase um einiges mehr wert als in der frühen.

2. Aggression ist der Schlüssel zum Erfolg

Viktor Blom
Selective aggression ist der Schlüssel zum Erfolg.

Egal ob am Anfang oder am Ende Aggression ist der Schlüssel zum Erfolg bei Pokerturnieren.

Das heißt konkret: Du limpst nicht einfach, du raist. Du callst nicht nur, sondern du reraist. Am Flop solltest du, außer gegen mehrere Gegner, eine Contbet machen, und wenn der Preflop-Raiser zu dir checkt, dann solltest du setzen.

Die Erklärung dafür ist denkbar einfach: Wer callt kann nur gewinnen, wenn er die beste Hand hält. Wer raist, kann dagegen auch mit der schlechteren Hand gewinnen, wenn der Gegner foldet.

Mit Aggression ist hier nicht gemeint, dass du jede Hand aggressiv spielen solltest, sondern nur sehr wenige, gut ausgewählte Starthände, diese dann aber aggressiv!

3. Schalte einen Gang hoch, wenn die Antes ins Spiel kommen

Erst wenn die Antes ins Spiel kommen, ist es an der Zeit einen Gang hochzuschalten und mehr Hände zu spielen.

Ein Beispiel: Wir befinden uns im vierten Level eines Turniers und die Blinds sind 100/200. Antes sind noch keine im Spiel! Angenommen du hast 5.000 Chips, sitzt am Button mit Q 5, und entscheidest dich die Blinds zu stehlen. Wenn die Blinds folden, dann gewinnst du 300 Chips, was gerade einmal 6 Prozent deines Stacks entspricht.

Nun schauen wir uns dieselbe Situation noch einmal mit Antes an. Die Blinds sind immer noch 100/200, aber zusätzlich liegen zehn 25er Ante-Chips in der Mitte. Folglich würdest du bei einem erfolgreichen Blindsteal nun 550 Chips gewinnen. Dies entspricht 11 Prozent deines Stacks und macht den Steal deutlich profitabler.

Gang
Wenn die Antes ins Spiel kommen, gilt es einen Gang hochzuschalten.

Deshalb solltest du, sobald die Antes ins Spiel kommen, damit beginnen nach guten Spots zu suchen, um die Blinds und Antes zu stehlen.

Scheue dich auch nicht davor loose-aggressive Gegner ab und zu mit einer mittelmäßigen Hand zu reraisen. Dabei solltest du jedoch mehr die Situation und den Gegner spielen als deine Karten.

Gegen Spieler, die ständig raisen, kannst du in Position mit vielen Händen profitabel reraisen. Zwar wirst du dir auch ab und zu eine 4-Bet bekommen, aber das wird nur selten der Fall sein, sodass sich das Reraise langfristig auf jeden Fall lohnt.

Zur Verdeutlichung: Wenn drei Spieler vor dir an der Reihe sind, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass einer von ihnen Asse, Könige, Damen oder Ass-König hält, gerade mal 7,5 Prozent.

Falls die Blinds tight sind, dann kannst du, wenn zu dir gefoldet wird, mit jeder x-beliebigen Hand profitabel die Blinds stehlen.

4. Passe deine Betsizes an die Blinds an

Wenn die Blinds steigen, dann musst du deine Betsizes entsprechend anpassen.

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Pass deine Betsizes an die Blinds an, und mach keine zu großen Preflop-Raises!

Das heißt im Klartext, dass du preflop nicht mehr auf 3 Big Blinds oder mehr, sondern nur noch auf den 2-fachen Big Blind raisen solltest.

Dasselbe gilt für deine Reraises, diese sollten sich im Bereich eines Minraise bis hin zu dem Dreifachen des ursprünglichen Raises bewegen, jedoch keinesfalls Potsize oder mehr betragen. 

Der Grund dafür ist ganz einfach, dass ein kleines Raise fast denselben Effekt hat wie ein großes, du aber deutlich weniger Chips und somit einen wesentlich kleineren Teil deines Stacks riskierst.

Zwar gibst du den Spielern in den Blinds dadurch bessere Pot Odds, aber dennoch werden die meisten Gegner weiterhin alle ihre schwächeren Hände folden.

Außerdem bist du, wenn du weniger als 15 Big Blinds hast und preflop auf 3 oder mehr Big Blinds raist mathematisch dazu verpflichtet jedes Reraise zu callen, da du bereits 20% oder sogar mehr deines gesamten Stacks investiert hast.

Bei einem Raise auf 2BB sind dies jedoch nur 13% und dann kannst du noch folden, wenn du mit einer marginalen Hand geraist hast.

Generell sind zu große Preflop-Raises einer der häufigsten Anfängerfehler bei Pokerturnieren. 

Wenn ein Gegner mehr als ein Drittel seines Stacks vor dem Flop in die Mitte stellt und dann auf ein All-In noch foldet, macht er sowohl aus mathematischer als auch aus spielstrategischer Sicht einen großen Fehler. Dies solltest du dir notieren und anschließend versuchen konsequent ausnutzen, da es äußerst profitabel ist.  

5. Pushe mit 10BB oder weniger direkt und mit vielen Händen All-In

Den größten Fehler, den du in Turnieren machen kannst, ist in der mittleren und späten Phase zu passiv zu werden und dich zu weit herunterblinden zu lassen, denn du verlierst dadurch auch immer mehr an Fold Equity und damit die Möglichkeit die Blinds zu stehlen.

Wenn du weniger als 8BB hast, dann werden kompetente Gegner dein All-In mit einer weiten Range an Händen callen und deine Blindsteals verlieren ihre Effektivität. Gerade diese Steals sind es jedoch, die dich in einem Turnier am leben halten.

all in button
Verzichte mit 10BB oder weniger auf Preflop-Raises, sondern geh lieber direkt All-In.

Aus diesem Grund kannst und musst du mit sehr vielen Händen profitabel pushen. Mit 10BB oder weniger solltest du auch nicht mehr raisen, sondern gleich All-In gehen, da du dann noch etwas Fold Equity hast und gegen ein Reraise oder ein gegnerisches All-In sowieso nicht mehr folden kannst, da du bereits einen zu großen Teil deines Stacks in den Pot investiert hast.

Ein einfaches Beispiel: Wenn du 9 Big Blinds hast, All-In gehst und die Blinds folden, dann hast du deinen Chipstack um ein Drittel vergrößert, was diesen Push mit einer Vielzahl von Händen profitabel macht.

Deine Pushingrange mit 10 Big Blinds sollte folgendermaßen aussehen: 33+, A8s+, A5s, AJo+, K9s+, KQo, QTs+, JTs und T9s.

Das heißt du solltest mit jedem Paar, allen höheren suited Assen, Königen und Broadways, sowie mit fast allen Bildkarten und höheren Suited Connectors All-In gehen.

Generell gilt: Je weniger Big Blinds du hast, desto mehr Hände kannst und solltest du All-In stellen.

Fazit

Wenn du dich an diese 5 goldenen Regeln hältst und sie konsequent umsetzt, dann werden sich deine Ergebnisse bei Turnieren mit relativ geringem Aufwand schon bald deutlich verbessern.

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