40 Jahre WSOP - Die Anfänge

Doyle Brunson
Mann der ersten Stunde - Doyle Brunson.

In diesem Jahr feiert die World Series of Poker in Las Vegas ihren 40. Geburtstag. PokerListings wird in einer Serie auf die größten Momente in der Geschichte dieses Events zurückschauen.

Aus einem kleinen Einladungsturnier, an dem nur ein paar amerikanische Glücksspieler teilnahmen, ist das größte Sportereignis der Welt geworden.

Bevor wir unsere Reise durch die WSOP-Geschichte beginnen, müssen wir jedoch einen Blick noch weiter zurück werfen, 21 Jahre, um genau zu sein, um mitzuerleben, wie der zukünftige Vater der WSOP Benny Binion eine interessante Idee hatte.

Nicholas „Nick the Greek" Dandalos, Sohn äußerst wohlhabender griechischer Eltern, verfügte über eine umfangreiche Bankroll und war von dem Wunsch beseelt, den besten Pokerspieler der Gegend zu einem Marathon Heads-up herauszufordern. Binion organisierte die Veranstaltung und wandte sich an die texanische Pokerlegende Johnny Moss.

Von Januar bis Mitte Mai spielten die beiden jede damals bekannte Pokervariante, heads-up, Mann gegen Mann. Binion hatte die brillante Idee, den Tisch in der Lobby des Horseshoe Casinos aufzustellen und so Schaulustige anzulocken.

Damit wurde Poker zum ersten Mal ein Zuschauersport.

Dennoch sollte es noch 21 Jahre dauern, bis die Saat der WSOP im Holiday Hotel in Reno, Nevada, schließlich aufging.

Außerhalb der Pokerwelt war 1969 das Jahr der Proteste gegen den Vietnamkrieg, des Beginns der Nixon-Ära und Neil Armstrongs Mondlandung.

Für Pokerspieler ist es jedoch das Jahr, in dem die WSOP geboren wurde.

Tom Moore, der kurz zuvor das Holiday Hotel und Casino erworben hatte, rief die „Texas Gamblers' Reunion" aus, eine einwöchige Veranstaltung, in dessen Rahmen die besten Pokerspieler der Zeit ein Rebuy-Turnier spielten.

Nicht alle Teilnehmer kamen aus Texas, aber alle waren erfahrene Spieler.

Unter ihnen waren Doyle „Texas Dolly" Brunson, „AMarillo Slim" Preston, Johnny Moss, Crandell Addington, Puggy Pearson, Jimmy „The Greek" Snyder, Jack „Treetop" Straus, Felton „Corky" McCorquodale, Brian „Sailor" Roberts, Aubrey Day, Jimmy Casella, Bill Boyd, Syd Wyman, Long Diddie, Benny und Jack Binion und sogar Minnesota Fats.

Addington erklärte im Interview mit PokerListings: „Es gab damals kein Championship-Turnier. Es gab nur Cash Games, aber keine Buy-ins in dem Sinn, dass man sie verlieren du dann ausscheiden konnte. Es war ein andauernder Wettbewerb. Alle guten Spieler waren da, aber wir spielten nur Cash Game."

Addington gewann in jener Woche am meisten und erhielt dafür den Titel „Mr. Outside", den Namen für den besten Road Gambler.

Noch heute besitzt er die silberne Trophäe, die er damals von Moore erhielt, aber sie war damals nicht das wirkliche Ziel.

Amarillo Slim Preston
Der beste Spieler ist der, der am meisten gewinnt.

„Wir spielten damals nicht um Pokale oder Bracelets. Wir spielten um Geld."

Als Benny und Jack Binion erfuhren, dass Moore keine Wiederholung der Veranstaltung plante, entschieden sie sich dazu, im folgenden Jahr selbst ein Turnier im Horseshoe abzuhalten.

Unter dem neuen Namen „World Series of Poker" fand sie daher 1970 wieder statt, und eine Reihe der Spieler aus dem Vorjahr nahmen ein weiteres Mal teil.

In ganz Las Vegas gab es damals nicht mehr als 50 Tische. Binions Horseshoe hatte gar keinen eigenen Pokerraum, deshalb mussten die drei Tische für die WSOP in den kleinen Baccarat-Bereich gezwängt werden.

Nur 38 Spieler nahmen insgesamt teil.

Sie spielten in den folgenden eineinhalb Wochen Five Card Draw, 2-7 Draw, Seven Card Stud, Razz und No Limit Hold'em.

Der Legende nach bestimmten Addington, Brunson, Carl Cannon, Moss, Pearson, Amarillo Slim und Brian Roberts am Ende gemeinsam den Sieger.

Addington zufolge lief die Geschichte jedoch nicht ganz so ab. Vielmehr soll Binion darauf gedrängt haben einen Sieger zu bestimmen, weil das Interesse der Presse so groß war: „Jack Binion ging zu allen Spielern und fragte sie, wer der beste Spieler gewesen sei, und alle Spieler antworteten: Ich."

„So ging es also nicht, also fragte Binion nach, wer der zweitbeste Spieler war, und Moss erhielt die meisten Stimmen - allerdings weigerten sich einige von uns, eine Stimme abzugeben."

„Slim war wütend und rief, ‚Das ist absurd. Wir können den besten nicht wählen. Der beste ist der, der am meisten gewonnen hat.'"

Binion setzte sich jedoch gegen diese Stimmen durch, Moss erhielt einen silbernen Pokal und gilt damit für immer als Sieger der ersten WSOP.

Gegen Ende der Veranstaltung sprach Ted Thackery, der als Reporter der Los Angeles Times über die WSOP berichtete, die Brüder Binion an.

Er sagte, um ein noch größeres Interesse der Presse zu wecken, müssten sie aus der World Series ein echtes Sportereignis machen - ein Turnier mit einer Struktur und einem dramatischen Finale.

Im Jahr darauf  fand die WSOP als Freeze-out-Turnier statt. Es gab einen garantierten Preispool und ein Bracelet zu gewinnen, und damit war das angesprochene Sportereignis Wirklichkeit geworden.

Die WSOP in ihrer heutigen Gestalt war geboren. Und in diesem Jahr gewann Johnny Moss ohne Gegenstimme.

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