40 Jahre WSOP: Die 70er

Amarillo Slim Preston
So muss ein Spieler aussehen. Dann klappt's auch mit dem Titel.

Die World Series of Poker steht bevor. Schon in wenigen Wochen geht es los. PokerListings blickt in einer Serie noch einmal auf die Geschichte der WSOP. Im zweiten Teil geht es um die 70er.

Mit fünf verschiedenen Freeze-out-Turnieren innerhalb von zehn Tagen war 1971 das Jahr, in dem die WSOP in Binion's Horseshoe erstmals wie ein ernsthaftes Event ausgetragen wurde.

Der $5000,- Main Event wurde mit nur sechs Spielern ausgetragen, und Johnny Moss trug den Titel davon. Jedenfalls wurde es so von der Presse berichtet.

Crandell Addington, Mitglied der Poker Hall of Fame, erklärte gegenüber PokerListings jedoch, dass in diesem wie auch in den folgenden Jahren bis 1978 der Preispool per geheimer Absprache unter den Spielern verteilt wurde.

„Es hieß immer, bei der World Series bekam der Sieger alles", erläuterte Adington, „aber angesichts der Tatsache, dass wir diese Turniere nur spielten, um Kunden anzulocken, sprachen sich die Spieler untereinander ab, den Pool aufzuteilen, sobald eine bestimmte Anzahl von Spielern erreicht war." Also teilten wir das Geld auf, wenn wir nur noch zu dritt oder viert waren. Natürlich wusste die Öffentlichkeit davon nichts."

Addington zufolge ging es bei der WSOP hauptsächlich darum, Amateure nach Las Vegas zu locken, oder „die Robben zum Loch", wie es Addington ausdrückte.

Zwei Ereignisse aus der frühen Phase der WSOP-Geschichte waren dabei hilfreich: Zunächst gewann „Amarillo Slim" Preston den Event im Jahr 1972.

Slim war im wahrsten Sinne des Wortes ein Original, und er nutzte seinen Sieg beim 1972er Main Event gewinnbringend aus, indem er bei zahlreichen Fernsehshows auftrat, u. A. auch in der Tonight Show.

Prestonss Sieg war eine Sensation, allerdings munkelten manche, es hätte die eine oder andere Absprache gegeben, und Preston habe letztlich gewonnen, weil er Poker am besten in den Medien vertreten konnte.

Dann, im Jahr 1973, wurde der Main Event erstmals von Fernsehkameras beobachtet. Daraus entstand ein einstündiger Dokumentarfilm mit Kommentaren von Jimmy „The Greek" Snyder.

Doyle Brunson
Zehn-Zwei? Alles klar.

Da es noch keine Hole-Card-Kamera gab, konzentrierte sich die Kameras vor allem auf die Gesichter der Spieler: Preston, Dolye Brunson, Johnny Moss und des letzlich siegreichen Puggy Pearson.

Dreizehn Spieler bezahlten die $10.000,- Startgeld, die auch heute noch als Buy-in Bestand haben.

„Wenn ich zurückschaue, haben vielleicht die Kameras dafür gesorgt, dass sich manche Spieler ein bisschen zurücknahmen und ihren Zorn unterdrückten", vermutet Addington. „Wutausbrüche hätten möglicherweise manche Robben davon abgehalten, zu den großen weißen Bären zu kommen."

In den folgenden Jahren wuchs die Zahl der WSOP-Spieler stetig. 1974 wurden bereits sechs Turniere angeboten, darunter auch ein $10.000,- Stud Turnier.

Das war auch das erste Jahr, in dem Bracelets vergeben wurden, und als Bonnie Baez in dem $1000 No Limit Holdem Event $1050 gewann, wurde sie die erste Frau, die in einem WSOP-Event ins Geld gekommen war.

16 Spieler begannen das Main Event, und das Heads-up entschied Johnny Moss gegen Addington für sich.

Im Jahr 1975 waren erstmals so viele Teilnehmer dabei, dass ein dritter Tisch aufgestellt werden musste. Sage und schreibe 21 Spieler registrierte sich für den $10.000 Main Event. Den Titel gewann Brian „Sailor" Roberts.

Jeder, der auch nur ein bisschen von Poker versteht, weiß allerdings, wer 1976 den Main Event gewann - und mit welcher Hand.

Doyle Brunson gewann sein erstes Bracelet und gewann erstmals das Bracelet - dank der berühmten T-2 offsuit. Dieselbe Hand führte ihn im folgenden Jahr wieder zum Sieg, bei einer Rekordzahl von 34 Teilnehmern.

Im Jahr 1977 gewann die WSOP zunehmend Aufmerksamkeit. Zwölf Turniere wurden in diesem Jahr angesetzt, darunter erstmals ein Ladies Event.

Im nächsten Jahr nahm auch erstmals eine Frau am Main Event teil: Barbara Freer registrierte sich, wie auch 40 weiter Spieler.

CBS widmete der Veranstaltung eine 30-minütige Sondersendung, in der Brent Musberger gemeinsam mit Snyder kommentierte. Das Außergewöhnlich an jenem Jahr war jedoch, dass die Vermutung aufkam, eine geheime Preisgeldabsprache konnte möglicherweise gegen ein Gesetz verstoßen, das nach dem Game Show Skandal in den 50ern beschlossen worden war.

Die WSOP beendete daher offiziell das Winner-take-all-Format und bezahlte die besten fünf Plätze. Bobby Baldwin gewann den Hauptpreis von $210.000.

1979 gewannen zwei Frauen ihre ersten Bracelets: Barbara Freer setzte sich beim Ladies Event durch, und Starla Brodie gewann ein „gemischtes Doppel" mit Doyle Brunson.

CBS übertrug auch in diesem Jahr, und die Teilnehmerzahl hatte mit 54 einen neuen Höchstatnd erreicht.

Der Preispool stieg damit erstmals auf über eine halbe Million Dollar, und in diesem letzten Event der 70er Jahre gewann zum ersten Mal ein Amateur. Ein Ausblick auf das, was noch kommen sollte.

Hal Fowler gewann den Titel, als sich sein 6-7 offsuit gegen Bobby Hoffs Pocket Asse durchsetzte und damit eine fünfstündige Heads-up Schlacht beendete.

Im Ersten Teil der Serie: Die Anfänge.

Diskutieren Sie diesen Artikel auch in unserer Pokerspielerzone.

Bitte füllen Sie die erforderlichen Felder korrekt aus.

Es ist ein Fehler aufgetreten!

Sie müssen drei Minuten warten, bevor sie einen weiteren Kommentar abgeben können.

Noch keine Kommentare