Poker 2013 – das zweite Quartal

niklas heinecker winner asia millions
Niklas heinecker wurde zu einem der bestimmenden Spieler dieses Jahres.

Das zweite Quartal des Pokerjahres 2013 begann mit Bracelets für Daniel Negreanu und Phil Ivey. Letzterer verklagte wenig später ein englisches Casino. Ebenfalls in England, und zwar im Wembley-Stadion, ging die ISPT baden. Der Rest trug das Gütesiegel „Made in Germany“.

Das zweite Quartal begann mit einer fortgeführten Expansion. Nach der Eroberung Europas (seit 2007 WOSPE) hatte die World Series of Poker erstmals auch Bracelets mit nach Australien genommen.

Am 4. April wurde das erste von insgesamt fünf Bracelet-Events der World Series of Poker Asia-Pacific (WSOP APAC) im Melbourner Crown Casino gestartet. Und die Eventwoche hielt am Ende alles, was man sich von einer WSOP verspricht.

Zunächst holte kein Geringerer als Phil Ivey sein insgesamt neuntes Goldarmband und zog so in der ewigen Bracelet-Wertung mit dem großen Johnny Moss gleich. In den finalen Tag des $2.200 Mixed Events war Ivey mit Buddy Daniel Negreanu als Chipleader gegangen. Doch für KidPoker sollte der große Tag noch kommen.

Nämlich im Main Event. Dort setzte sich der Kanadier am Ende gegen 405 Mitspieler durch und gewann neben der begehrten Trophäe auch eine Million australischer Dollar (knapp 700.000 Euro).

daniel negreanu main event
DNegs nächstes Bracelet.

Negreanus Gesamtperformance in den verschiedenen Stationen der WSOP 2013 wurde am Ende mit der Auszeichnung „Player of the Year“ belohnt, wobei Daniel der erste Spieler in der Geschichte dieses „Ordens“ ist, der dieses Ranking nach 2004 zum zweiten Mal gewinnt.

Ein gutes Pflaster war Australien auch wieder für die deutschen Spieler. Bennny psychobenny Spindler erreichte den Finaltisch des Main Events und wurde Sechster und Philipp Gruissem unterstrich den Machtanspruch der Germans in den High Roller-Turnieren und kassierte groß im $50k-Event.

Sein Sieg im Heads Up gegen den Ex-November Niner Joseph Cheong brachte ihm am Ende 825.000 Dollar und damit sein bisher höchstes Preisgeld bei einem Live-Turnier ein.

Ihre momentane Dominanz, zumindest in Europa unterstrichen die Deutschen dann allerdings eindrucksvoll bei ihrer Heim EPT in Berlin. Insgesamt fünf Lokalmatadore erreichten den Final Table und auch auf dem Heads Up klebte das Siegel „made in germany“.

Der Wahlengländer Robert Haigh sah sich letztlich mit einem ganz besonderen Gegner am Tisch: Daniel Gai-Pidun aus Lippstadt ist Unternehmer und spielt im Jahr nur ein einziges größeres Pokerturnier: die EPT in Berlin, für die er sich extra Urlaub nimmt.

Und nach den Plätzen 17 und 9 in den beiden Vorjahren reichte es dieses Mal für den großen Wurf. 911 andere Teilnehmer schieden aus, bevor Gai-Pidun sein 880.000 Euro teures Preisgeld entgegennehmen konnte. Leider wird es im kommenden Jahr keine Möglichkeit für „Mr.EPT-Berlin“ geben seinen Titel zu verteidigen.

daniel gai pidun
Mr. Berlin.

Von der deutschen Hauptstadt zog der Pokertross dann direkt nach Monte Carlo weiter, um das Grand Final der neunten EPT-Season zu absolvieren.

Und auch diese Turnierwoche war am Ende fest in deutscher Hand. Marvin Rettenmaier entschied Event Nummer 36, das €2100 NLHE Turbo-Event für sich und kassierte knapp 50.000 Euro, Ole Schemion gewann gleich drei Side-Events und gewann zusammen knapp 180.000 Euro.

Doch den Vogel schoss Max Altergott ab. Keiner hatte den Deutschen, der online, unter dem Nick altifc ein bekannter High Roller ist vorher live gesehen.

Und dann entschied sich Altergott doch noch spät für die Teilnahme am €100k-Super High Roller-Turnier und eliminierte 49 Gegner. Sein Lohn war der erste Platz und knapp 1,8 Millionen Euro.

Der Deutsche hatte damit genau ein Pokerturnier gebraucht, um Millionär zu werden und im Rampenlicht zu stehen.

Die Teilnehmerzahl des großen Finales in Monaco war mit 531 Spielern enttäuschend. Der Final Table bot dafür unglaubliche Spannung.

Mit Daniel Negreanu, Jason Mercier, Johnny Lodden, Jake Cody, Noah Schwartz und Steve O`Dwyer trafen ausschließlich Poker Pro`s mit großer Reputation aufeinander. Am Ende setzte sich der Ire Steve O`Dwyer durch und räumte mehr als 1,2 Millionen Euro ab.

ivey crockfords
Ivey vs. Crockfords.

Bester Deutscher wurde übrigens Ismail Bojang. Er bekam für seinen 21.Platz €30.000.

Das sich anschließende „Frühlingsloch“ vor der World Series füllte dann Phil Ivey höchstpersönlich. Und zwar mit einer Klage gegen das englische Crockfords Casino.

Es sei ihm unangenehm, so der einstige FullTilt-Pro den Rechtsweg einschlagen zu müssen, „aber  da sich die Spielbank weiterhin weigert, mir meine Gewinne auszuzahlen, habe ich keine Wahl.“

Im August des Vorjahres hatte Ivey eine gewaltige Glückssträhne erwischt und im Spiel Punto Banco ungefähr sieben Millionen Euro gewonnen.

Die Spielbank hatte Ivey versprochen das Geld zu überweisen, doch der Transfer fand am Ende nie statt. Das Crockfords selbst blieb eine Erklärung schuldig. Laut LA Times wurde allerdings eine Untersuchung angeordnet, die aber ohne stichhaltige Beweise eines Betruges geblieben war.

Mit großen Zweifeln war auch das Unternehmen „ISPT im Wembley-Stadion“ begleitet worden. 30.000 Spieler sollten das Turnier zum, mit Abstand größten Massenevent der Pokergeschichte werden lassen.

Dafür waren diverse Garantien gegeben und dann wieder kassiert worden. Die französische Partouche-Gruppe, welche schon im Vorjahr durch ihre zwielichtigen Aktionen beim Grand Final der Partouche-Poker-Tour in Verruf geraten war, hatte allerdings wenigstens die garantierte Siegprämie in Höhe von einer Million Euro aufrecht erhalten.

Dadurch kam es zur wohl kopflastigsten Auszahlungsstruktur in der Geschichte der Major-Tuniere. Eine Million Euro für den Sieger und nur knapp 300.000 Euro für den Zweiten.

Doch die letzten Sechs teilten das Gesamtpreisgeld des Final Table auf und spielten um noch 200.000 Euro.

Die bekam am Ende der Pole Jakub Michalak, der im Heads Up den Franzosen Xaver El Fassey besiegt hatte. Insgesamt war die Pokerwelt um ein Kuriosum reicher, denn statt 30.000 Spielern, traten nur 760 an und ließen die größenwahnsinnigen Projektionen auf ein verregnetes Zelt-Event schrumpfen.

ispt bizarrer verkehrsunfall
Wie ein Verkehrsunfall - ISPT.

Mit einer Fortsetzung in 2014 hoffen, bei einem Overlay von einer halben Million Euro zwar die Spieler, aber wohl kaum die Veranstalter.

In einer ganz anderen Dimension spielte sich da die die Guangdong Asia Millions in China ab. Das wohl spektakulärste Poker-Event des Jahres, außerhalb der WSOP brachte insgesamt 72 Pokerspieler dazu pro Spieler $100k Buy In auf den Tisch zu legen und sogar noch 54 Rebuys zu tätigen.

Und wie bei allen High Roller Turnieren des Jahres 2013 ging auch bei diesem, von PokerStars auf die Beine gestelltem Turnier kein Dollar, ohne die Mitsprache der Deutschen vom Tisch. Am Ende triumphierte der 29-jährige Hamburger und Wahlengländer Niklas Heinecker, vor Jeff Rossiter aus Australien und Sorel Mizzi aus Kanada.

Für Heinecker gab es neben dem Ruhm auch ein gigantisches Preisgeld von 4,5 Millionen Dollar. Igor Kurganov, der Sechster wurde, kassierte ebenfalls noch etwas mehr als eine Million Dollar.

Für Heinecker war dieser Sieg der Auftakt zu einer gigantischen Serie, die ihm bis ans Jahresende einen Gesamtverdienst von mehr als zehn Millionen Dollar aus Pokereinkünften einbringen sollte.

Zum Zeitpunkt von Heineckers großem Triumph in Asien war die 44. World Series of Poker in Las Vegas schon in vollem Gange.

Und auch hier sollte es nicht allzu lange dauern, bis der erste deutsche Bracelet-Gewinn vermeldet werden konnte.

In Event 21, dem $3.000 6.max-Turnier setzte sich der Chemnitzer Pro und EPT-Prag 2011-Gewinner Martin Finger gegen 805 Teilnehmer durch und kassierte, nach dem erfolgreich bestrittenen Heads Up gegen Matt Stout neben dem Goldarmband auch ein Preisgeld von 506.764 Dollar.

Am Ende sollte es nicht der einzige deutsche Sieg in Las Vegas bleiben.


Das Pokerjahr 2013 in der Zusammenfassung auf PokerZeit.

1. Quartal, Januar - März

2. Quartal, April - Juni

3. Quartal, Juli - September

4. Quartal, Oktober - Dezember

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