10 Tells im Live-Poker, die tatsächlich funktionieren

Malkovich Rounders
John Malkovich in "Rounders"

Tells im Poker sind Indizien im Verhalten des Gegners, die Rückschlüsse auf seine Hand erlauben. Da die Menschen aber nun mal unterschiedlich und kompliziert sind, ranken sich um das Thema viele Gerüchte und Halbwahrheiten. Wir räumen damit auf und präsentieren Ihnen heute 10 Tells, die wirklich funktionieren.

Echte Tells, wie z. B. im Film "Rounders", wo der Protagonist die Handstärke daran ablesen kann, ob sein Gegner den Keks am Ohr oder vor dem Mund zerbricht, sind selten. Oft ist das Verhalten der Gegner widersprüchlich und gibt wenig bis keine Information her.

Tatsächlich werden hier teilweise gezielt Legenden gestreut, um Anfänger und schlechte Spieler zu verwirren bzw. um aus falsch gesetzten Tells Kapital zu schlagen. Unsere Tells sind dagegen meist gültig und deswegen haben wir nur die eindeutigsten ausgewählt.

1. Redestopp und Redeschwall

Ein Gegner, der pausenlos redet und wenn er seine Hand bekommt, schlagartig damit aufhört, wurde oft von einer starken Hand getroffen. Dasselbe gilt umgekehrt für einen Spieler, der bisher keinen Ton gesagt hat und dann plötzlich redet wie Eddy Murphy.

2. Der Klang der Stimme

Gerade bei Gegnern mit Mütze, Sonnenbrille oder ähnlichem Verpackungsmaterial kann der Klang der Stimme ein Indiz für Stärke bzw. Schwäche sein. Einem Spieler mit einer guten Hand fällt das Reden im Zweifel leichter, er klingt befreit und souverän. Manchmal reicht es auch, die Stimme nur einmal zu hören, um den Gesamteindruck zu vervollständigen.

3. Blitzartiges Interesse am Fortgang der Hand

Ein sehr gutes Indiz ist das plötzlich erwachende Interesse für den Fortgang der Runde. Fragen wie: “Wer ist dran?” oder Aufforderungen an den Dealer, die Hand weiterzugeben, signalisieren, dass ein Spieler es eilig hat, weil er mit seiner guten Hand schnell Profit machen will. Das gilt natürlich besonders für Spieler, die vorher eher desinteressiert wirkten.

4. Holecards werden nur bei Bedarf geschützt

Es gibt tatsächlich Spieler, die ihre Hole-Cards nur mit einem Chip sichern, wenn sie auch gut sind. Sollte ein Spieler wirklich so doof sein, verdient er nichts anderes als Geld zu verlieren. Grundsätzlich sollten alle Handlungen und Gesten am Pokertisch gleich und konsistent sein - egal, welche Hand man hat.

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5. Energisches Platzieren der Chips

Wenn ein Spieler seine Chips mit übertriebenem Nachdruck in die Mitte schiebt, ist dies oft ein Anzeichen für einen Bluff. Durch die energische Platzierung der Chips soll nicht vorhandene Stärke kompensiert werden.

6. Fummeln an den Chips

Wenn ein Spieler unbewusst nach dem Betrachten seiner Hand seine Chips anpackt oder mit ihnen herumspielt, ist das meist ein Zeichen für eine starke Hand. Gedanklich wird schon einmal die Wetthöhe abgecheckt und überlegt, wie man seine Chips mit dieser starken Hand gewinnbringend einsetzen kann. Gleiches gilt für einen sofortigen Blick auf die eigenen Chips, wenn der Flop gekommen ist. Dann hat er meist getroffen...

7. Die Höhe der Wetten im No Limit

Schlechte Spieler beherrschen die richtige Wahl der Wetthöhe nicht. Sie setzen zu hoch oder zu niedrig und verraten allzu oft durch ihr Wettverhalten ihre Hand. Sie sind dementsprechend leicht zu lesen, weil die von ihnen gewählte Menge Chips zu sehr mit ihren Karten korrespondiert.

8. Luft anhalten, einfrieren

Ein Spieler, der mehr oder weniger einfriert bzw. die Luft nach dem Setzen anhält, blufft oft. Das Reden fällt beim Bluffen nicht so leicht, als wenn man mit einer guten Hand ‘auf der sicheren Seite ist’. Oft wollen die Gegner auf keinen Fall den todbringenden Call auslösen, sei es verbal oder durch eine Bewegung.

9. Wirken sie stark, sind sie oft schwach und umgekehrt

Machen Sie es vor allem gegen Anfänger nicht zu kompliziert. Grundsätzlich kann man über schlechte Spieler sagen, dass sie stark sind, wenn sie schwach schauspielern und umgekehrt. Seufzen, resigniertes Achselzucken und ein gespielt trauriger Blick deuten auf starke Hände hin. Für Multi-Level-Thinking haben Anfänger und schwächere Spieler meist keine Ressourcen.

10. Aufrichten im Stuhl

Im Live-Poker erkennt man starke Hände beim Gegner oft daran, dass er fast unmerklich eine aufrechte Sitzposition einnimmt. Er bereitet sich auf eine lukrative Hand vor und der Mensch-Avatar  geht äußerlich sichtbar in Habacht-Stellung.

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